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Der Legende nach hat die Alien-Rasse der Eridianer auf dem Planeten Pandora einst eine Schatzkammer hinterlassen, die nur von einer "Tochter von Eridia" geöffnet werden kann. Der Obermotz Atlas engagiert nun die Kopfgeldjägerin Lilith, damit diese seine Tochter Tiny Tina rettet, die von dem Soldaten Roland und dem "Psycho" Krieg entführt wurde. Nachdem sie Tina auf Pandora aufgespürt hat, muss Lilith feststellen, dass diese im Labor aus Eridianer-DNA geklont wurde, um für Atlas die besagte Kammer zu öffnen. Gemeinsam mit Liliths alter Ziehmutter Dr. Tannis und dem Roboter Claptrap macht sich die Gruppe auf, einen bestimmten Schlüssel zu finden und dem irren Atlas zuvorzukommen... Armer Eli Roth: Da hat der "Cabin Fever"- und "Hostel"-Hansel 2023 mit seinem wohlgelittenen "Thanksgiving" bei Kritikern wie auch Publikum erst lange verloren geglaubten Boden gutgemacht, schon taucht kurz darauf die bereits vor dem besagten blutigen Slasher-Streifen abgedrehte, aber im Anschluss lange auf Halde gelegene Videogame-Adaption "Borderlands" aus dem Nichts aus und reißt sämtlichen mühsam generierten guten Willen, den man bereit war, ihm von nun an entgegenzubringen, mit dem Arsch wieder ein. C'est la vie! Fairerweise muss man aber anmerken, dass die finale Fassung nicht nur gänzlich auf die alleinige Kappe Roths geht, sondern hieran mittels Nachdrehs unter der Aufsicht von Produzent und "Deadpool"-Regisseur Tim Miller viel herumgedoktert wurde. Das Ergebnis des Produktions-Hickhacks ist ein Millionengrab, das im Kino argen Schiffbruch erlitten hat und bei dem während des Ansehens noch nicht mal das beabsichtigte Fun-Gefühl so wirklich aufkommen will... und das, obwohl Ernsthaftigkeit hier ein Fremdwort ist und auch der gesamte Cast eine ungefähre Vorstellung davon hat, um welche Art von Film es sich hier handelt und sich durch die Bank freiwillig zum Affen macht. Eine gänzlich fehlbesetzte Cate Blanchett, der man eigentlich ein besseres Händchen bei der Auswahl ihrer Rollen attestiert, hat dann auch im Nachhinein versucht, ihren Auftritt als Action-Heldin mit einem harten Fall von Lockdown-Langeweile zu rechtfertigen... ob das als Entschuldigung taugt, sei mal dahingestellt. Nun ja, vielleicht war Splatter-Meister Eli Roth aber doch nur schlicht der falsche Mann, um so einen familienfreundlichen Möchtegern-Blockbuster zu stemmen (auch wenn da Gerüchten zufolge ursprünglich mal ein R-Rating anvisiert wurde, was angesichts des Gewalt-Levels der Game-Vorlage auch Sinn machen würde). Objektiv betrachtet bedient "Borderlands" die Sci-Fi-Abenteuer-Sparte dann auch auf dieselbe Art und Weise, wie es in den 90er Jahren noch Filme wie "Waterworld", "Judge Dredd" und "Tank Girl" getan haben... nur dass man dem Ganzen halt noch den poppebunten Comedy-Anstrich der "Guardians of the Galaxy" hinzuaddiert hat, was sich zum Schluss hin dann allerdings auch in genau jener schmalzigen Tränenduselei äußert, die ich bei den James Gunn-Streifen ziemlich zum Kotzen fand. Das ist unterm Strich nicht wirklich toll, hat es aber auch nicht unbedingt verdient, so gänzlich eklatant zu floppen und auf den Listen der schlechtesten Filme von 2024 einen der vordersten Plätze zu belegen... denn 2024 hatte ja immerhin auch "Madame Web" und gegen den sieht "Borderlands" doch noch verhältnismäßig gut aus...

4/10

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