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In Bangladesch sind die zahlreichen Romane über den Geheimagenten Masud Rana offenbar eine große Nummer, welche 1966 als Pendant zu James Bond entstanden. Regisseur Asif Akbar versucht sich an einer Umsetzung der ersten Romane, was jedoch nur fadenscheinig dazu dient, möglichst viel Action an möglichst vielen Schauplätzen zu liefern.

CIA und BCI bilden eine Kooperation unter der Leitung von Duke (Michael Jai White), um den berüchtigten Drahtzieher Roman (Frank Grillo) aus der Reserve zu locken. Dieser verspricht mit seinem Konzern die Ausrottung menschlicher Behinderungen, handelt unter der Hand jedoch mit Waffen. Aus Bangladesch wird der Spezialagent Masud (Abm Sumon) eingeflogen, der sich in die Kreise einschleusen soll…

Auch in der filmischen Umsetzung stand das Reich um James Bond klar Pate, indem früh auf rasche Schauplatzwechsel gesetzt wird und man binnen Sekunden vom Kongobecken in Südafrika landet, um nur Minuten danach in Las Vegas zu stranden. Im Zentrum des Treibens steht MR 9, alias Masud Rana, ein smarter und cooler Agent, den man per Flashback immerhin mit einem Kindheitstrauma ausstattete, während er ansonsten wenig von sich gibt und allenfalls den Ansatz einer Persönlichkeit offenbart.

Um die Bösewichte um Grillo ist es jedoch kaum besser bestellt, da sich hier allerlei Klischeetypen tummeln, während eine Femme Fatale ebenso wenig fehlen darf, wie eine Art Erfinder und Waffenmeister, dem Q aus Bangladesh, der mit einigen hilfreichen Gimmicks aufwartet, um prekären Situationen entgegenzuwirken. Alles durchaus auf dem neusten technisch Stand, was jedoch nicht für die dazugehörigen CGI gilt, die besonders bei den zahlreichen Einschüssen häufig wie rotes Spray anmuten.

Überhaupt gestaltet sich die Action recht durchwachsen. Die wenigen Fights sind ordentlich choreographiert und solide in Szene gesetzt, allerdings mangelt es an einer angemessenen Härte. Ein Michael Jai White ist mit seinen 57 Jahren noch überraschend agil, wogegen Grillo selbst beim Endkampf kaum gefordert wird. Dazwischen gibt es jede Menge Schusswechsel und einen immens hohen Bodycount, doch das Inventar bleibt bei alledem häufig intakt und auch eine Explosion wird lediglich angedeutet. Das eher geringe Budget ist dem Stoff leider häufig anzumerken.

Zwar sorgt eine Verfolgung im Marktbereich irgendwo in Bangladesch für kleine exotische Spitzen, doch insgesamt mangelt es an markanten Schauwerten oder gar aufwendigen Szenen. Das insgesamt flotte Tempo täuscht nicht darüber hinweg, dass storytechnisch dünnes Eis betreten wird, welches besonders im Mittelteil sehr brüchig erscheint. Ein konzeptionell blöder Zug ist es auch, Minuten nach dem eigentlichen Showdown noch ellenlang einen Cliffhanger nebst anberaumter Fortsetzung hinter zu schieben.

Mehr als Durchschnitt liefert der Actioner letztlich nicht. Zuweilen ist der latent eingesetzte Score schlicht drüber, schauspielerisch muss sich niemand ein Bein ausreißen und die Geschichte stolpert zuweilen etwas unbeholfen von A nach B und generiert nur manchmal ein wenig Spannung. Im Zuge von 107 Minuten wird der Stoff zwar nicht langweilig, lange in Erinnerung bleibt er jedoch nicht.
5 von 10



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