Mit „Mastema“ erhält der Teufel ein weiteres Synonym, welches im vorliegenden französischen Mystery-Thriller jedoch nur eine untergeordnete Rolle bekleidet. Vielmehr spielt Langfilmdebütant und Co-Autor Didier D. Daarwin mit Mehrdeutigkeiten, welche im Verlauf jedoch eher ermüdende Erkenntnisse zutage fördern.
Nach einem folgenschweren Vorgang nach einer Hypnose zieht es Therapeutin Louise in die Provinz, wo sie mit dem Farmer Theo alsbald ihren ersten Patienten empfängt. Dieser besteht trotz Bedenken auf Hypnosesitzungen als Behandlungsmethode und kurz darauf sterben weitere Menschen in Louises Umfeld…
Dass Daarwin sein Handwerk durchaus versteht, untermalen die ersten Einstellungen, als der Hypnosepatient nach der Sitzung wortlos zum Fenster schreitet und sich in die Tiefe fallen lässt, was in epischer Zeitlupe in Szene gesetzt ist. Jenes traumatisierende Erlebnis ist eine von vielen möglichen Ursachen, die bei Louise eine Mischung aus Halluzinationen, Alpträumen und Realitätsverschiebungen auslöst, welche fortan im Vordergrund stehen.
Deutet die deutsche Ergänzung „Engel des Bösen“ womöglich auf eine Besessenheit seitens Louise hin, zumal der Dämonische sich in fragmentartigen Formen offenbart, vermengen sich zusehends biblische Andeutungen und Symbole. Dies zeigt sich in Form unerklärlicher Lachen in Eingangsbereichen aber auch im Umfeld des Patienten Theo, der in unmöglichen Situationen aufzutauchen scheint, während er sich auffallend häufig an einen bestimmten Ort zurückzieht, der im Verlauf noch eine symbolträchtige Rolle spielen wird.
Nur leider gestalten sich nicht wenige Szenen arg kryptisch, aus vielen blitzschnell ablaufenden Kollagen wird man lange Zeit nicht schlau und selbst als ein Priester zurate gezogen wird, scheinen einige Details widersprüchlich. Konkreter wird der Stoff zwar im finalen Akt, doch wirklich aufregend gestaltet er sich auch hier nicht. Es gibt kaum Blutvergießen und von Spannung oder gar mitreißenden Konfrontationen mit dem wie auch immer gearteten Bösen ist man meilenweit entfernt.
Zugute halten kann man der Inszenierung einige ansehnliche Landschaftsfahrten und einen treffenden Score und auch die wenigen Mimen performen ordentlich.
Die Geschichte schleppt sich indes über die Laufzeit von 100 Minuten und wabert in Gefilden, die sogar kurze Erotikeinlagen beinhalten, die in ihrer Knappheit jedoch jede Wirkung verlieren. Als eher unfreiwillig komischen Sidefact kann man allenfalls noch mitnehmen, dass Blumen unter Zugabe von Antidepressiva binnen weniger Momente den Geist aufgeben, - was hier auf eher ungeduldige Zuschauer ebenfalls zutreffen könnte.
Knapp
4 von 10