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Computertechnischer Supergau, - nicht allzu realitätsfremd, denn vor kurzem sorgte das fehlerhafte Update einer Sicherheitsfirma für chaotische Zustände in Krankenhäusern, Flughäfen und Stadtverwaltungen. Und da war noch nicht einmal ein Virus im Spiel. Mit krasseren Konsequenzen, wenn auch im kleineren Rahmen spielen Regiedebütantin Natalie Kennedy und Autor Stephen Herman, die aus dem Projekt besser eine Kurzgeschichte gebastelt hätten.

Die erfolgreiche Autorin Claire (Rachel Shelley) leidet unter einer Schreibblockade. Um dieser entgegenzuwirken mietet sie sich für 30 Tage ein Retreat, welches komplett per KI gesteuert wird. Als nach einigen Tagen ein Alarm losgeht, eröffnet ihr der Hologramm-Concierge (Wayne Brady), dass Malware ins System eindringen konnte und auch die Android-Assistentin Rita (Heida Reed) spult nun Tag für Tag zusammenhanglose Phrasen ab, welche Claire den Ausgang verweigert, bis sie das Manuskript vollendet…

„Ich sehe du bist gestresst, womöglich solltest du dich ausruhen.“
Im Verlauf geht dieser mehrfach wiederholte Satz beinahe schon als Running Gag durch, denn Rita, die äußerlich einer typischen 50er Jahre Haufrau gleicht, äußert sich nach dem Zwischenfall nur noch eingeschränkt und fährt das System Tag für Tag neu hoch, wodurch unweigerlich Vergleiche zum täglich grüßenden Murmeltier aufkommen. Aber auch Parallelen zu „Mysery“ drängen sich auf, da jemand dazu gezwungen wird, ein Manuskript zu vollenden. Jedoch beinahe ohne körperliche Gewalt.

Mit dem vermeintlichen Virus häufen sich allerdings klaffende Handlungslöcher. Gibt es keinen technischen Support? Keinen analogen Notfallplan? Und für Claire keine Möglichkeit, mithilfe von stabilen Waffen die Tür oder die angeblich sicheren Fenster zumindest zu bearbeiten? Stattdessen gerät die Angelegenheit arg repetitiv, denn obgleich der Nahrungsvorrat nach geraumer Zeit schwindet, scheinen Kippen für Claire in endloser Zahl vorhanden zu sein, wenn sie nicht gerade vor der Schreibmaschine sitzt und damit einige Flashbacks aus ihrer eigenen Jugend einhergehen.

Jene sind zwar einigermaßen atmosphärisch dicht in Szene gesetzt, doch die Pointe dessen ist früh erahnbar und liefert gegen Ende keine Überraschung mehr.
Leider kommt auch in der Gegenwart kaum Spannung auf, da es schlicht an intensiven Momenten oder gar knallharten Konfrontationen mangelt, die man in einer derartig isolierten Situation irgendwann zwangsläufig erwarten muss. So wirken etwaige Befreiungsversuche eher halbherzig, wobei der finale Akt recht willkürlich zusammengeschustert ist.

Darstellerisch ist da wenig auszusetzen, zumal Heida Reed für einen Androiden fast schon etwas zuviel Präsenz mitbringt, ihre Figur jedoch ordentlich meistert, wogegen Shelley als Claire etwas mehr aus sich herausgehen könnte. Produktionstechnisch ist ein eher geringer Aufwand im Spiel, da sich das Geschehen fast ausschließlich auf schlichte Räumlichkeiten konzentriert, worunter die Abwechslung ebenfalls leidet.
Die Geschichte zieht sich trotz der Durchschnittslaufzeit von 94 Minuten deutlich, da es zwischenzeitlich nicht nur an Logik, sondern an Dynamik und Suspense mangelt.
3,5 von 10

 

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