In einer nicht allzuweit entfernten Zukunft muss die Welt aufgrund zunehmender Umweltkatastrophen die Bevölkerung drastisch reduzieren. Die Situation wird „human“ gelöst – man kann sich freiwillig melden und wird von mobilen Einsatztrupps, den D.O.C.S., vor Ort zu Tode gespritzt. Charles York, ehemaliger TV-Talker, will mit seiner Lebenspartnerin ein gutes Beispiel geben und sich für die jüngeren Generationen opfern. Seinen Kindern gefällt die Idee gar nicht. Und noch weniger, dass sie dem unschönen Ritual im Rahmen einer Familienfeier beiwohnen sollen. Als das Einsatzkommando vor der Türe steht, ergeben sich ungeahnte Komplikationen und plötzlich sieht sich die Familie gezwungen, unter sich über Leben und Tod zu entscheiden.
Die Klimakatastrophenbotschaft von Caitlin Cronenbergs Debut ist unübersehbar und ihr Satireansatz ebenso „subtil“: Wohlhabende Nichtsnutze zerfleischen sich im wahrsten Wortsinn gegenseitig und haben selbst schuld. Das ist nach Dutzenden Filmen und Serien mit „Eat the Rich“ Thematik allein in den letzten Jahren wenig originell. Das Szenario erinnert an eine Mischung aus SILENT NIGHT von 2021, in dem eine Familie an Weihnachten auf den nahenden Weltuntergang wartete, und READY OR NOT, in dem eine Hochzeitsgesellschaft urplötzlich blutige Jagd auf die Braut machte. Doch waren diese Filme mit sicherer Hand inszeniert, während es hier weder Skript noch Regie schaffen, die (zum Teil durchaus interessanten) Ideenansätze in einen runden Film umzusetzen.
Zahlreiche Ungereimtheiten, nicht nachvollziehbare Motivationen und plötzliche Stimmungswechsel lassen das Interesse schnell erlahmen, auch visuell hat der Film mit seiner kühlen, simplen Optik wenig zu bieten – und von den Figuren hat sowieso fast jede den Tod verdient.