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Satanic Suffering ist ein Kurzfilm von Simon Spachmann, der sich stilistisch auch gut als überlanger Videoclip für die Death-Metal-Band Drud eignen würde – und genau darin liegt zugleich seine größte Stärke wie auch seine Schwäche.

Im Zentrum der Handlung steht ein Kommissar, dessen Tochter samt ihrem Baby von einem satanischen Zirkel entführt wurde. In einem verzweifelten Rettungsversuch schließt er sich mit Beamten des SEK zusammen, um den geheimen Unterschlupf der Sekte zu stürmen. Dort stoßen sie auf eine grausame Realität: Die Kultisten produzieren Snuff-Videos, in denen rituelle Morde inszeniert und aufgezeichnet werden. Der Einsatz eskaliert schnell zu einem blutigen Kampf gegen fanatische Gegner.

Prinzipiell geht es dem Film vor allem darum, möglichst viele Splattereffekte in kurzer Zeit zu präsentieren – und das gelingt Spachmann durchaus eindrucksvoll. Für Gorehounds gibt es hier einiges zu sehen, und die Effekte verfehlen ihre Wirkung keineswegs. In dieser Hinsicht muss man wirklich den Hut ziehen: Kreativität und handwerklicher Einsatz sind deutlich erkennbar.

Allerdings merkt man auch schnell, dass die Handlung stark unter der kurzen Laufzeit leidet. Die Story wirkt eher wie ein Vorwand, um die nächste Gewaltspitze einzuleiten, und bleibt entsprechend oberflächlich. Charakterentwicklung oder emotionale Tiefe sucht man weitgehend vergebens.

Positiv hervorzuheben sind die Darsteller, die insgesamt solide bis gute Leistungen abliefern. Mit dabei sind auch einige bekannte Gesichter aus der Underground-Szene wie Jean Rise und Melody Bayer.

Visuell zeigt sich der Film überraschend abwechslungsreich. Trotz der nur rund 20 Minuten Laufzeit nutzt Spachmann verschiedene Drehorte – von Industriegeländen über Abrisshäuser bis hin zur Augsburger Diskothek Rock Fabrik. Das sorgt für eine gewisse Dynamik. Auch technisch wirkt das Ganze verspielt: Kameraführung und Bildgestaltung wechseln häufig, und besonders die Entscheidung, das Finale größtenteils in Ego-Perspektive zu inszenieren, dürfte gut ankommen.

Man sollte man Satanic Suffering weniger als klassischen Film, sondern eher als eine Art Werkschau oder Experimentierfeld für Spachmann betrachten. Als solche funktioniert er durchaus – als erzählerisches Gesamtwerk bleibt er jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück.

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