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Die APES Trilogie von Rupert Wyatt (sehr starker Auftakt) und Matt Reeves (mäßiger Mittelteil und guter Abschluss) vollbrachte Erstaunliches: Ein eigentlich totgefilmtes und bereits erfolglos wiederbelebtes Franchise mit relevanten sozialen Aspekten und großartiger Tricktechnik wieder relevant und interessant zu machen. Mit dem Regisseur der MAZE RUNNER Trilogie Wes Ball wird die Reihe nun mit angemessenem Abstand (7 Jahre nach dem letzten Film und rund 300 Jahre nach den dortigen Ereignissen) fortgeführt. 

Mit einem so wenig profilierten Regisseur wie Ball sinkt auch der Anspruch des Films sichtlich: KINGDOM OF THE PLANET OF THE APES ist hauptsächlich als Action-Adventure angelegt, die Story ist eine simple Heldenreise, wie man sie aus zahlreichen Filmen und Sagen kennt, die Handlung ist weitgehend vorhersehbar, die Dialoge nicht der Rede wert und die gesellschaftliche und politische Relevanz überschaubar. 

Aber das schadet dem Filmvergnügen kaum. Denn der mittlerweile zehnte Film der Reihe setzt erneut Meilensteine in der Computeranimation. In der ersten Stunde bekommen wir keinen einzigen Menschen zu sehen und man könnte meinen, alles, was man sieht, ist zu 100 % im Computer entstanden. Doch das ist absolut als Kompliment gemeint: Charaktere und Worldbuilding sind fantastisch, man nimmt die Affen und ihre Umgebung sofort als ganz natürlich an, denkt an die Welten aus „Horizon Zero Dawn“, „The Last of us“ und zahlreiche andere ausgezeichnete Videospiele. Anders als bei vielen anderen Filmen wie z. B. AVATAR wirken die Künstlichkeit des Geschehens und der Effekte nicht distanzierend, das hier ist schlichtweg der „Planet of the Apes“ und wir sind für knapp zweieinhalb Stunden zu Besuch. 

Schraubt man also seine Ansprüche auf das Niveau eines gewöhnlichen Blockbuster-Kinofilms herunter, kann man sich wirklich gut unterhalten, ohne sich über dämliche Logikfehler, schlechte Tricks oder endlose CGI-Schlachten zu ärgern. Und das ist heutzutage ja auch schon etwas wert.

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