Als quasi-Reboot in Form einer Weiterführung von Matt Reeves' Trilogie folgt man einige Generationen nach dieser in dem von Wes Ball inszenierten „Kingdom of the Planet of the Apes“ dem Schimpansen Noa, der sich nach der Verschleppung seines Clans auf die Suche nach diesem begibt.
Das Highlight ist hier das Drumherum. Die verfallenen Städte, die Reste menschlicher Architektur, überwuchert und von der Natur zurückerobert. Solche Bilder sehen chic aus und vermitteln ein Gefühl dieser Welt. Zumindest in der ersten Hälfte, welche klar die Bessere ist. Denn insgesamt ist das Werk spürbar zu lang geraten.
Was nicht an fehlender Action liegt, denn es gibt durchaus interessante Momente zwischen den Figuren. Nur eben leider zu wenige davon. Je später die Geschichte, desto weniger wird entdeckt denn verweilt, da steht „Kingdom“ dann auf der Bremse und schafft es mit seiner sich auf bekannte Teile stützenden Erzählung nicht, durchweg interessant zu bleiben. In Einzelteilen kann er das wohl und auf technischer Seite ist er in Ordnung. Dramaturgisch leiert das Teil aber einfach. Nicht alles ist hier notwendig oder bereichernd. Insbesondere, wenn wiederholt wird, was man zu Beginn schon erfahren hat. Obwohl gefühlt jede Figur ein bisschen ihre Geschichte erzählen darf, füllt sie das nicht oder gibt ihnen mehr Profil. Das trifft insbesondere auf Nova zu, die merkwürdig viel weiß und immer mehr zur reinen Fortsetzungsmechanik verkommt. Der schurkische Proximus bleibt blass, zu keiner der Figuren mag sich wirklich eine Verbindung aufbauen. Auf der anderen Seite lässt er angerissene Themen liegen, anstatt mit diesen die Verhältnisse komplexer zu machen. Das Auslegen religiöser Schriften, die unterschiedlichen Klassensysteme – da wäre was drin gewesen. Aber:
„They did not want to know.“
Es bleiben hübschen Bilder, aber auch eine emotionale Gleichgültigkeit und gerade am Ende manch unglücklich geschriebene Dialogzeile. Und wenn sich am Ende zeigt, wo die Reise hingehen mag, frage ich mich, ob das nicht alles schon erzählt wurde. Im insgesamt zehnten Film reißt da nicht mehr viel mit, „Kingdom“ ist eine hochbudgetierte Variation mit guten Effekten und ohne inhaltliche Relevanz. Ihre überdimensionierte Laufzeit rechtfertigt diese Fortsetzung nicht, weitere Filme sind unterwegs. Fängt gut an, lässt dann gut nach, Reihe geht weiter, Effekte werden schon passen, Affen sind auch nur Menschen.