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Die Teenagerin Miranda und ihr Stiefvater Eddie geraten während einer Autofahrt zufällig an den irren Wade, der sich gerade auf einem Amoklauf befindet und kurz zuvor erst einige Menschen an einer Tankstelle über den Haufen geballert hat. Während sich Eddie nun auch ein paar Kugeln fängt, gelingt es Miranda, in die umliegenden Wälder zu fliehen. In Sicherheit ist sie deshalb aber noch lange nicht, denn Wade nimmt prompt die Verfolgung auf... Wer sich wundert, warum sich Oscar-Preisträger J.K. Simmons als Hauptdarsteller für die läppische Psychopathen-Rolle in "You Can't Run Forever" hergegeben hat, dem sei verraten, dass er seit fast 30 Jahren mit der Regisseurin Michelle Schumacher verheiratet ist und man(n) ja so einiges tut, damit daheim der Haussegen nicht schief hängt... wie eben das namhafte Zugpferd für ein völlig uninspiriertes Thrillerchen zu machen, das seinen dünnen Inhalt nach der Manier wesentlich besserer Vorbilder da ohne besondere Originalität abspult und von dem man ohne seine Beteiligung nicht großartig Notiz nehmen müsste. Von der Geschichte her ist die Chose dem Russell Crowe-Vehikel "Unhinged - Außer Kontrolle" gar nicht mal so unähnlich, nur war jenes eben durch die Bank besser gespielt und von einem inszenatorischen Drive geprägt, der sowohl den Action- als auch den Gewalt-Einlagen einen nicht unerheblichen Impact verpasst hat. Geradezu breiig und über Gebühr in die Länge gezogen kommt "You Can't Run Forever" da im direkten Vergleich daher, der sein Erzähl-Tempo fast völlig ausbremst und deshalb als eigentlich auf fiese Spannungs-Momente und Nervenstrapaze hin ausgerichteter Geh'-Wald-Streifen im Endeffekt doch nichts als Langeweile produziert. Simmons' schiere Präsenz in einem Part, der mächtig underwritten ist, ist da noch das Beste an einem Film, der jedwedes verstörende Potenzial, das solchen Genre-Vertretern über vermeintlich unmotivierte und sinnlose Gewalttaten wie "Bewegliche Ziele" oder "Hitcher - Der Highwaykiller" innewohnt und die da noch lange nachgewirkt haben, gnadenlos verschenkt... von einem solchen Brecher wie "High Tension" ganz zu schweigen! Warum das Ehepaar Simmons/Schumacher das Ganze dann aber trotzdem auf die Beine gestellt hat, wird beim Blick auf die Credits klar: Töchterlein Olivia spielt hier nämlich noch 'ne Nebenrolle, Sohnemann Joe hat den Score besorgt und Schwager Randle das Ganze mitproduziert... ein waschechtes Familien-Unterfangen also. Nun ja, hoffentlich hatte die Sippe beim Dreh mehr Spaß als der Zuschauer, der sich nun durch das Ergebnis förmlich durchquälen muss, bis eine echt beschissene Cover-Version von "Nothing Else Matters" endlich den Abspann einleitet...

3/10

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