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Das klassische Kindermädchen ist entweder das Opfer oder die eiskalte Killerin, zumindest, wenn es nach den Gesetzen der typischen Düstergenres geht. Innerhalb eines Liebesdreiecks wird sie natürlich vom Hausherrn verführt und siehe da: Dies wurde bereits 1960 in Südkorea verfilmt, 2010 erneut.

Daisy (Kylie Verzosa) hat eine neue Stelle als Haus – und Kindermädchen bei Roxanne (Louise Delos Reyes) angenommen, die eine Tochter hat und demnächst Zwillinge erwartet. Zunächst lebt sich die schüchterne Frau gut ein, doch dann wird sie vom Hausherrn William (Albert Martinez) verführt und kurz darauf schwanger…

Der philippinische Regisseur Roman Perez Jr. hat es immerhin fertig gebracht, eine auffallend hübsche und sinnliche Hauptdarstellerin zu ergattern, die 2016 zur Miss International gekürt wurde. Schauspielerisch ist da allerdings noch etwas Luft nach oben, wobei sie dennoch besser performt als der Rest, welcher kaum über Soap-Niveau chargiert, was die luschige Synchro noch verstärkt.

Übel ist allerdings, dass sich rund eine Stunde rein gar nichts Gehaltvolles ereignet, was latent von einem einschläfernden Klavier-Score untermalt wird. Das Anwesen hat man irgendwann durch, Tagesabläufe gleichen sich und den Hausherrn sieht man beinahe niemals ohne Weinschwenker, während der Hausdrache, der dort bereits seit 31 Jahren seinen Dienst vollzieht nie eine Miene verzieht. Die Macher denken ganz offenbar, dass eine ansehnliche Dame in netter Umgebung ausreicht, um die Zeit irgendwie zu füllen.

Nach rund einer Stunde nimmt das Geschehen zwar schleichend Gestalt an, doch die Abläufe gestalten sich in beinahe jeder Hinsicht vorhersehbar, kaum spannend und dazu größtenteils holprig in Szene gesetzt. Da geht es dann plötzlich vom Saubermachen ohne Umschweife zu einem Unfall und von scheinbar gnadenlosen Bauchkrämpfen direkt in die entspannte Badewanne und es werden Tatsachen herausgefunden, für die andere mindestens eine Glaskugel oder ein Medium bräuchten.

Die finale Entwicklung entbehrt indes jeder psychologischen Grundlage und wird überhastet ausgetragen und man ist froh, nach sehr langen 114 Minuten endlich das Ende der Fahnenstange erreicht zu haben. Schleppend erzählt, uninspiriert bebildert und unterm Strich noch nicht einmal sonderlich erotisch sollte man bei Interesse an solch simpel gestrickten Stoffen eher auf die Vorgängerverfilmungen zurückgreifen.
3 von 10



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