Etwas lahmer Beitrag von "Hard to Kill" Regisseur Bruce Malmuth. Sylvester Stallone hingegen war gerade im Kommen. Sein "Rocky II" war ein voller Erfolg in den Kinos und drei Jahre vergingen, bis er die Rolle in "Nachtfalken" annahm. Aber erst mit "Rambo" wurde Stallone zum Actionstar, hier macht er nur kleine Trockenübungen. Gerade Drehbuchautoren wie David Shaber (The Warriors) und Peter Sylbert (Sliver, Gorky Park) hätte ich doch ein wenig mehr zugetraut. So bleibt dieser Film bis heute recht unbekannt und wird in Bezug auf Stallone nur ganz selten erwähnt.
Der Terrorist Wulfgar (Rutger Hauer) verübt Anschläge, bei denen auch Unschuldige getötet werden. Selbst bei seiner eigenen Organisation steht er nun auf der Abschussliste. Die Polizei versucht einige Cops nachträglich in Terrorismus auszubilden, auch die beiden Undercovercops Deke DaSilva (Sylvester Stallone) und Matthew Fox (Billy Dee Williams). Wulfgar plant derweil mit seiner Partnerin Shakka Holland (Persis Khambatta) das nächste Attentat. Diesmal nimmt Wulfgar einige Geiseln, Deke sowie sein Partner Fox werden hinzugezogen. Deke schafft es die Pläne von Wulfgar zu vereiteln, der will sich nun persönlich an ihm rächen.
"Nachtfalken" fehlt es einfach an Tempo und in der ersten Hälfte auch an Spannung. Es ist zwar witzig wenn Stallone als Frau verkleidet einen Dieb verprügelt, aber Actionszenen sind in diesem Film viel zu rar. Ein paar Morde, eine recht lange Hetzjagd in der Mitte, die Geiselnahme in der Hochseilbahn und der letztlich enttäuschende Showdown zwischen Deke und Wulfgar. Gut geworden ist die Geiselnahme, denn Wulfgar entpuppt sich als unberechenbar, erschießt auch ohne mit der Wimper zu zucken eine Geisel. Bei den Einschüssen lässt es Malmuth manchmal ganz schön suppen, doch sonstige Schauwerte hat der Film kaum. Wer den Film noch nicht kennt hofft auch auf einen nette, finalen Zusammenprall zwischen Deke und dem Terroristen. Doch man wird maßlos enttäuscht, denn ein paar Schüsse und die Sache ist vom Tisch. Positiv zu erwähnen wäre noch dieser altmodische und leicht schmuddelige Look, Teile des Scors passen leider überhaupt nicht zum Geschehen.
Dabei machen die Darsteller alle einen guten Job. Sylvester Stallone sieht zwar als Undercovercop aus, als hätte er drei Tage am Stück in einer Kneipe verbracht, doch er ist gewohnt charismatisch, in den Actionszenen sogar unterfordert. Billy Dee Williams schlägt sich auch recht wacker, während Rutger Hauer in der Rolle des skrupellosen Wulfgars den besten Job abliefert. Lindsay Wagner, als Deke´s Love Interest kommt kaum zum Zuge, Nigel Davenport ist austauschbar. Aus dem Film hätte man wirklich etwas machen können, doch auch die Story folgt immer einer klischeehaltigen Linie und keinerlei Überraschungen werden geboten. Gerade die erste Hälfte strapaziert doch sehr die Geduld des Zuschauers, während es ab der Halbzeit wesentlich besser aussieht, wäre da nicht dieses schwache Finale.
Unspektakulär, sehr zäh inszeniert, zu wenig Action und Spannung. Der Film bietet Atmosphäre und gute Darsteller, aber eine vorhersehbare Story.