Hochachtung für Produktionen dieser Art, welche viel Geld und Aufwand in solche Vorlagen stecken. Klassische Stoffe, eher abseits aktueller Sehgewohnheiten, ebenso klassisch inszeniert. Dazu ohne Scheu vor erzählerischer Tiefe, was heißt 300 Minuten Länge. Keine Minute zu viel! Der Film schafft es die Handlung nachvollziehbar auf den Punkt zu bringen, den Hass eines Mannes, dem, trotz absoluter Unschuld, aus dem Nichts alles genommen wird. Der Zuschauer fühlt seinen Durst nach Rache, sowie die Geduld und Willensstärke, die er sich aufgrund der widrigen Umstände seiner Leidenszeit dafür angeeignet hat. Genauso erschließt sich auch die wichtige moralische Frage nach den angemessenen Ausmaßen einer Vergeltung. Wie weit darf ein Mensch diesbezüglich gehen, ohne selbst die Pfade der Niedertracht zu betreten. Der Graf entfernt sich weit von diesen und genauso weit von der Rolle des Helden und Sympathie-Trägers. Formal, ich möchte dem entgegen dennoch behaupten, dass die Geschichte und ihre Erzählweise uns Zuschauer auf die Seite der wütenden Suche nach Gerechtigkeit zieht. An der Stelle ist ein Achtungszeichen zu setzen, es handelt sich nicht um eine werksgetreue Adaption. Eigentlich ist der Plan von Edmont Dante / der Graf von Monte Christo noch komplexer, je nach Sicht auch düsterer in seinen endgültigen Nuancen. Die finalen Zweifel am Ausmaß seines subjektiven Gerechtigkeit-Feldzug allerdings gleichen sich vom Ton.
Die aktuelle Verfilmung sieht großartig aus und ist ebenso besetzt. Viele Stimmen lassen verlauten, dass die x-te Umsetzung gut aber ebenso unnötig war. Dem halte ich entgegen, dass, bis auf Ausnahmen, sämtliche Leinwand-Stoffe nur noch Wiederholungen sind. Diese ist zeitlos und voller Inhalt, also legitimiert für regelmäßige Bearbeitung.