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Der gefürchtete mexikanische Kartellboss Manitas lässt Anwältin Rita (Zoe Saldaña) entführen, um ihr ein ungewöhnliches Jobangebot zu machen: Er will sein Leben als Frau fortführen und sie soll alles dafür in die Wege leiten, vom Finden der richtigen Klinik bis zur sicheren Überführung seiner Frau (Selena Gomez) und Kinder. Rita nimmt das lukrative Angebot an und wird Manitas Jahre später wiedertreffen – als wohlhabende und sozial engagierte Emilia Pérez. 

Als wäre diese Geschichte nicht schon schräg genug, inszeniert sie Jacques Audiard auch noch als Musical. Man fragt sich jedoch während des Films, ob dies so eine gelungene künstlerische Entscheidung war, oder einfach nur dazu dienen soll, dem Kitschfaktor des Films bewusst einen stilisierten „Camp“-Aspekt zu verleihen. 

Denn so ungewöhnlich die Story ist, so sehr bewegt sie sich doch von einem Klischee zum nächsten und bewahrt sich dabei eine (positiv ausgedrückt) naive, „märchenhafte“ Perspektive, die sich nicht viel um Logik und Sinnhaftigkeit kümmert. 

Die eingestreuten Songs und Choreographien sind keine CHICAGO-Revuenummern, sondern eher stilisierte Dialoge oder Monologe in der Art von DANCER IN THE DARK oder zuletzt ANNETTE, und obwohl insbesondere Zoe Saldaña (und natürlich auch Selena Gomez) über ein herausragendes Gesangstalent verfügen, bleibt kaum eine diese Szenen oder Stücke im Gedächtnis. 

EMILIA PÉREZ will Gangsterfilm, Musical, Telenovela und Almodóvar-Drama in einem sein, für einen Film, der sich so viel traut und vornimmt, lässt er einen jedoch erstaunlich kalt.

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