Die Handlung ist selbstverständlich rein fiktiv und pure Provokation. Die wohl Most-Macho-Person auf Erden, ein Latino-Drogen-Baron unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung. Das Gefühl eine Frau sein zu wollen war schon immer in ihm, nur die Umstände seines Seins haben ihn zu einer Testosteron-Gewalt-Bestie gemacht. Natürlich.
Zoe Saldana bekommt einen Oscar, weil sie schwarz ist. Als Dank befremdet sie uns mit ihrem furchtbaren "Mami, Mami!?"-Geschreie. Carlos Gascon soll einen Oscar bekommen, weil er ein Transsexueller ist. Da er allerdings medial gewisse Dinge zu offen ausspricht, muss ihm der Preis aus Sicht der Meinungsmacher zwingend verwehrt bleiben. So kann es gehen in der rosaroten Welt. Ausschließlich wegen ihm vermutlich dann auch der woke Aufschrei und Hass gegen den Film, allerdings an offensichtlich an falscher Stelle. Die Dritte im Bunde ist Selina Gomez, ebenfalls einer Umwandlung unterzogen und kaum wiederzuerkennen, vermutlich aber konservativer, zum Beispiel mittels Chipstüten. Hier konnte sich nicht mal die Oscar-Jury trauen eine so mäßige Leistung zu prämieren.
Bis hierher also böses Blut, XX oder XY. Wenn ich allerdings die massiven ideologischen Verfehlungen beiseitelege, ist das aus technischer Sicht ein wirklich gut gemachter Film. Ich war positiv überrascht, war ich doch vorab auf Total-Zerriss eingestellt. Jacques Audiard ist halt einfach ein guter Regisseur, daran ändert auch dieses Werk nichts. Spannend, unberechenbar, emotional bewegend. Die gut gemachten Musical-Sequenzen hätte es nicht gebraucht, geben aber nochmal eine besondere künstlerische Note und grenzen die Produktion vom Standard ab. Ein großartiger Bilderrausch, bei dem man am besten den Kopf ausschaltet.