Dima ist russischer Minenentschärfer im syrischen Krieg gegen den IS. Als er seine Einheit verliert, will er bleiben, um die historischen Stätte von Palmyra von Minen zu befreien. Und gleichzeitig will die dort lebende Djamilah finden, in die er sich verliebt hat. Doch ein Kollege gerät in die Hände des IS und ein Austausch soll stattfinden.
Russische Filme, insbesondere Kriegsfilme, sind heutzitage ja besser mit Vorsicht zu schauen, zumal ich von diesem speziellen Konflikt keinen Schimmer habe. Ich weiß nicht einzuschätzen, wie viel Propaganda hier enthalten ist, aber da quasi alle Russen hier zu den Guten gehören, wird das schon ein erquickliches Maß sein.
Technisch ist der Film auf der Höhe der Zeit und bietet eine Menge feines visuelles Futter. Die erste gewaltige Explosion nach knapp über einer Viertelstunde ist so ziemlich das Beeindruckenste, was ich in diesem Bereich in den letzten von CGI überfluteten Jahren gesehen habe. Die Inszenierung ist klasse, die Kamera mittendrin, das ist gleichermaßen großartig wie furchteinflößend.
Leider behält der Film diese Marschrichtung nicht bei, sondern konzentriert sich mehr auf den Weg Dimas nach Palmyra und seine Versuche, Djamilah zu finden und mit seiner Tochter ein Gespräch von mehr als 20 Sekunden zu führen. Das ist ansehnlich fotografiert und gespielt, berührt aber nicht, auch wenn die Darstellenden nicht unsympathisch wirken, und so zieht sich das reichlich über üppige Laufzeit hinweg.
Im letzten Drittel liefert die Story noch zwei kleine Wendungen, wobei eine zu erahnen ist. Allerdings liefern die Russen keine weichgespülten Konsequenzen, wie es wahrscheinlich Hollywood getan hätte, sondern langen hin. Das schon was.
Irgendwann im Mittelteil gibt es noch ein ausuferndes Gefecht auf einem Markt, bei dem keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen wird. Leider ist es quasi unmöglich dabei die Übersicht zu behalten. Menschen feuern, Menschen sterben, wer da wer ist und wer auf wen schießt, ist völlig unklar. Insofern fällt dieser Actionpart im Vergleich zu den explosiven Sequenzen deutlich ab.
Etwas spannender wird es bei Entschärfungsszenen, die es aber viel zu selten gibt. Ebenfalls fehlt ein ernsthafter vom Titel angekündigter Kampf um Palmyra. Es wäre wohl gehaltvoller gewesen, sich auf die Spannungsszenen beim Entschärfen zu konzentrieren.
Ruhiger Kriegsfilm mit erstklassigen Explosionen, aber die Story packt einfach nicht, die Lovestory berührt nicht und so ist der Film viel, viel zu lang geraten. Aber explosive Schauwerte hat er schon zu bieten.