In 2025:
iHaveCNit: Die Saat des Heiligen Feigenbaums (2024) – Mohammad Rasoulof – Alamode Film
Deutscher Kinostart: 26.12.2024
gesehen am 01.03.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 10:15 Uhr
Endlich kann ich das Jahr 2024 für mich filmisch abschließen. Nachdem ich ihn lange Zeit vor mir hergeschoben habe, bin ich nun endlich dazu gekommen, mir passend am Oscar-Wochenende den deutschen und auch bei der Verleihung nominierten Beitrag „Die Saat des Heiligen Feigenbaums“ des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof anzusehen, der auch einen tollen Abschluss des Filmjahrs 2024 darstellt.
Eine Familie in Teheran: Iman hat nach langer Zeit endlich einen lukrativen Job als Regierungsbeamter bekommen. Bestandteil seiner Arbeit ist unter anderem die Verurteilung von Regimekritikern. Noch ahnt er nicht, dass kurz nach dem Antritt des Jobs die regimekritische Protestbewegung „Frauen, Leben, Freiheit“ das Geschehen im Iran und auch in Teheran im Griff hat und auch seine beiden Töchter Rezvan und Sana durch deren Freundin Sadaf auch in Berührung der Bewegung kommen und eine gewisse Faszination in ihnen ausgelöst wird, während die Mutter Najmeh verzweifelt versucht, die Familie zusammenzuhalten.
In den meisten Fällen finden aus dem Iran hierzulande eher regimekritischere, filmische Stoffe den Weg in die Kinos. Besonders brisant und mutig sehen sich viele Filmemacher dadurch gezwungen, unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen die Filme zu drehen und durchaus auch am Ende das Land verlassen zu müssen, weil man mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen muss. So auch Rasoulof, dessen Werk „Die Saat des Heiligen Feigenbaums“ ein extrem regimekritischer und mutiger Film geworden ist. Mit knapp 3 Stunden ist der Film durchaus eine gewisse, intensive Geduldsprobe, die sich aber lohnt, wenn man sich mit der Symbolik des Films auch danach etwas beschäftigt und vor allem sieht, wie die iranische Gesellschaft und die gesamten Folgen der Protestbewegung „Frauen, Leben, Freiheit“ hier ganz intim und intensiv am Beispiel einer Familie und den daraus ergebenden Spannungsfeldern dargestellt wird.
„Die Saat des Heiligen Feigenbaums“ - My First Look – 9/10 Punkte