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Da leider ab 6 Jahre, warum auch immer, musste ich aus Gründen der internen Gerechtigkeit auf den Kinobesuch verzichten. Ich kann mir allerdings vorstellen, wieviel eindrucksvoller das nochmal auf der großen Leinwand wirken muss. Ja, richtig, ein vollanimiertes Produkt, aber eines mit Liebe und eines, dass sich abgrenzt. Fünf Jahre Produktion durch ein kleines Team mit Open Source Software. Die Tiere wirken einfach und grob gestaltet, der Hintergrund dagegen detailreich und atmosphärisch. Vor allem das Wasser ist ein absoluter Hingucker und meinerseits in der Form noch nicht gesehen.
Die Art der Animation ist sicher im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, weit weg von Disney, Pixar und dem neueren „Spider-Verse-Stil“. Danke dafür. Andere Bilder, ruhiger, mit Wirkung statt Tempo. Auch keine unnötige Vermenschlichung, sondern nonverbale Kommunikation, höchstens mit Lauten, Tiere als Tiere. Blicke und Geste, die alles sagen und die wir problemlos verstehen. Zumindest mit ein wenig Aufmerksamkeit. Ja, der Zuschauer wird endlich mal wieder geistig gefordert, nicht nur optisch überfordert.
Eine der wunderbarsten Kreaturen auf dem Erdenrund wird von einer Horde störender Hunde drangsaliert, wie gehabt die Geißel Gottes. Dann passiert die Katastrophe, eine Flut. Immer mehr Bilder verdeutlichen, dass wir uns eher in einer Fantasiewelt befinden, nicht der Erde wie wir sie kennen. Es beginnt eine Bootsreise mit einem bunt formierten Team, das auf Unterstützung und dem friedlichen Miteinander auf Basis der verschiedenen Fähigkeiten der Einzelnen beruht. Stimmt, auch hier ist wieder ein Hund dabei, aber einer der so dumm ist, dass er mal nicht unangenehm aggressiv auffällt. Wenn die Welt aus den Fugen ist, geht es nur gemeinsam und mit Anpassung. Die Natur, sicher auch als Allegorie für das Leben allgemein, ist letztendlich stärker als das Individuum und zwingt uns immer wieder nach vorn zu schauen und uns weiterentwickeln. Ein toller Film, meine Empfehlung.

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