Da hab ich ihn nun auch endlich gesehen, den 2025 mit dem Oscar prämierten Animationsfilm Flow, in dem eine Welt in einer Sintflut versinkt und sich eine Katze, ein Capybara, ein Labrador, ein Lemur und ein Sekretärvogel in einem Boot zusammenraufen müssen.
Visuell ist der Film tatsächlich eine Wucht, wirklich beeindruckend, was daauf die Beine gestellt wurde. Die Tieranimationen muteten erst etwas seltsam an, aber das Gefühl legte sich recht schnell, denn sie passen zur liebevoll gestalteten Welt und die ist einfach traumhaft.
Die Story ist fein, lässt sich leicht auf uns Menschen, die erfreulicherweise nicht (mehr) auftauchen, umlegen und kommt mit einer netten Botschaft um die Ecke, die aber nicht mit dem Zaunpfahl ausgeteilt wird. Sehr angenehm.
Das Sounddesign ist erstklassig. Ganz deutlich zeigt sich hier, dass die Verwendung echter Tierlaute ganz viel zur Atmosphäre des Films und damit zu seiner Klasse beitragen. Auch wenn nicht alle Tiere von ihren echten Artgenossen "synchronisiert" wurden, ist das mal ausgesprochen gelungen.
Als deutlich weniger prickelnd empfand ich die arg übertriebenen Problemlösungsfähigkeiten der Tiere, die flugs mal eben lernen, ein Steuerruder eines Bootes zu bedienen. Das hat mich selbst für eine Fantasywelt mit Monsterwalen doch ähnlich gestört, wie das religiös angehauchte Verschwinden des Vogels im Licht am Ende des Tunnels. Das kam völlig unvermittelt, nichts sonst deute auf sowas hin und ich bin halt kein Freund religiöser Motive, wenn es nicht grad ein biblischer Monumentalfilm ist. Aber es mag sein, dass ich das falsch interpretiert habe.
Alles in allem ein richtig schöner Animationsfilm mit sympathischen Figuren und netter Story, dem aber im letzten Drittel etwas die Puste ausgeht. Dennoch, ohne die Konkurrenz zu kennen, der Oscar ist nicht verkehrt.