Review

Anti-vogelwild

„Bird“ ist das neueste Werk von Andrea Arnold nach längerer Schaffenspause und erzählt von einem jungen Mädchen, das sich alleine und unbedeutend fühlt, vor allem von ihrem egoistischen Drogenjunkie von Vater immer wieder enttäuscht wird. Da trifft sie eines Tages den titelgebenden, mysteriösen Paradiesvogel Bird und öffnet sich ihm… 

Poesie trifft Purismus

Andrea Arnold trifft auch in „Bird“ oft genug die richtigen Töne. In der Darstellerwahl, so passt Keoghan trotz seiner jugendlichen Art sehr gut in die abgefuckte, impulsive Rolle und ich habe mich sehr gefreut „unseren“ Franz Rogowski auch mal in einem solchen Film zu sehen. Auch die Hauptdarstellerin macht einen ordentlichen Job. In der Musikauswahl, die mal wieder einige Höhepunkte liefert. In der Bildsprache, die sehr erhaben und hübsch ist. Lensflares done right, würde ich mal sagen. Magischer Realismus. Und doch springt der Funke bei mir vor allem geschichtlich und emotional nicht ganz über. „Bird“ klickerte und klackerte vor sich her, er mäandert und melancholiert, wirkt voller Selbstmitleid und internen Gedanken. Auch ein paar schwache Metaphern wirken deplatziert und zu simpel. Und deswegen blieb er mir eher auf Abstand. Ein klassischer Film, den man technisch und schauspielerisch respektiert, aber nur selten echt fühlt. Und das ist bei einem Wurf, der auf den seelischen Faktor dann doch fast schon Hauptaugenmerk legt und sich gefühlt fast schon etwas darauf „einbildet“ dann doch eine Kardinalsünde. Aber auch eine höchst subjektives „Problem“ von mir. 

Zwischen Malick und Musikvideoästhetik 

Fazit: Real, rau, ganz Andrea Arnold. Aber auch trocken und träge. Für mich war ihr Peak immer noch früh „Fish Tank“. Und das deutlich. Ein paar wundervolle Bilder und Stimmungen bietet aber auch „Bird“. 

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