Hollywood, 1985: Die Porno-Darstellerin Maxine Minx - die einzige Überlebende des "Texas Porn Star Massacre" (siehe "X") - versucht den Sprung aus der horizontalen Branche ins "seriöse" Film-Geschäft zu schaffen, was ihr nun mit der ergatterten Hauptrolle in dem B-Movie "The Puritan II", dem neuen Streifen der angesagten Horror-Regisseurin Elzabeth Bender, endlich gelingen könnte. Kurz darauf kommt es in Maxines Umfeld und Freundeskreis jedoch zu einigen satanischen Morden, die von den ermittelnden Polizei-Beamten allerdings nicht dem "Night Stalker" zugeschrieben werden, der aktuell die Straßen von L.A. unsicher macht. Als dann auch noch ein schmieriger Privat-Detektiv auftaucht, der im Auftrag eines ominösen Klienten unverholene Drohungen gegen Maxine ausspricht und ihr nachstellt, ist für das ambitionierte Starlet klar, dass die Geister ihrer Vergangenheit sich wieder melden... Auch wenn es mir nicht wirklich begreiflich ist, wurden von Seiten des Publikums ja offenbar tatsächlich gesteigerte Erwartungen in "MaXXXine" gesetzt, mit dem Ti West seine Genre-Trilogie rund um Hauptdarstellerin Mia Goth in multiplen Rollen nun (mehr oder weniger) vollendet und für meine Begriffe mal wirklich nicht zu einem fulminanten Höhepunkt führt, aber an und für sich bin ich ja über jeden Film von ihm froh, bei dem ich nicht mittendrin sanft wegpenne... von daher kann ich mit der Angelegenheit nicht allzu heftig ins Gericht gehen, auch wenn es sich hierbei doch in der Tat um den schwächsten Teil handelt: Nach der grindhousigen Slasher-Nummer in "X" und einem Psychopathen-Portrait in "Pearl" bedient "MaXXXine" nun ziemlich heftig das Giallo-Sujet... jedoch nicht gänzlich authentisch nach mediterranem 70er Jahre-Vorbild, sondern eher so, wie es bereits ein Brian De Palma in seinen Thrillern der frühen 80er getan hat, aber dennoch mit extremen Farb-Spielereien, blutigen Morden und einem behandschuhten Killer, so dass es 'ner bestimmten Fan-Klientel doch direkt ganz warm ums Herz (und sonstwo) werden könnte. Mit dem beackerten Terrain kommen allerdings auch eine ebenso so dünne wie dürftige Plotte, eine zerhackstückte Narrative, die sich mehr notdürftig von Szene zu Szene hangelt, sowie eine sinnbefreite Auflösung, die maximal bescheuert daherkommt und eigentlich nur enttäuschen kann, zumal das hier präsentierte Finale auch so ziemlich der größte Scheiss ist, den ich in letzter Zeit in einem "ernstgemeinten" Film gesehen habe (die hatte die ganze Zeit über ein Messer? Echt jetzt?). Die letzte Viertelstunde lässt ergo auf unschöne Art und Weise die erzählerische Luft aus dem Streifen... wenn zu dem Zeitpunkt denn überhaupt noch welche drin gewesen ist, denn Ti West ist es nämlich von Vornherein nicht daran gelegen, seine Thriller-Handlung zu forcieren, sondern er lässt die Geschichte stattdessen spannungslos dahinplätschern, während es ihm sichtlich primär darum geht, sich in dem seedy underbelly eines Los Angeles der Mitt80er Jahre zu suhlen, das dann auch äußerst überzeugend auf die Leinwand gebracht wird, und dabei eine Myriade von Anspielungen und Verweisen in Sachen Kino-Historie unterzubringen (am offensichtlichsten: Kevin Bacon als wandelnde Hommage an Jack Nicholson in "Chinatown" mit hellem Anzug und Nasenpflaster auf der ramponierten Visage und die Szene, die in der Kulisse des "Psycho"-Hauses spielt). Okay, das alles sieht sich zugegeben lange nicht so langweilig an, wie Ti Wests schäbige Frühwerke und den anvisierten Style kriegt er mittlerweile hin (das war bei "House of the Devil" noch nicht der Fall!), aber an der Substanz mangelt es nach wie vor... und so gerät "MaXXXine", wie eigentlich auch schon die beiden Filme zuvor, lediglich zu einem Acting-Showcase für Mia Goth, die Performance-technisch abliefert wie bestellt. Fazit: Der mittelmäßige Abschluss (?) einer generell überbewerteten Trilogie.
5/10