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Noch einige Parallelen mehr und man hätte „Bloodline Killer“ ohne Umschweife ins Franchise der „Halloween“ - Reihe aufnehmen können. Regisseur Ante Novakovic versucht sich sogar an einem Lebenslauf des früh enttarnten Killers, doch das fahrige Drehbuch der Gebrüder Gaudioso macht ihm gleich mehrfach einen Strich durch die Rechnung.

Es ist Halloween als ein Unbekannter mit Totenkopfmaske den Familienvater der Coles tötet. Während die Söhne Connor und Michael traumatisiert überleben, konnte Mutter Moira den Maskierten zumindest in die Flucht schlagen. Doch ein Jahr später scheint er wieder sein Unwesen zu treiben…

Fans des oben genannten Klassikers wissen: Das Böse kann nicht getötet werden und entsprechend schleppt sich der Attentäter trotz eigentlich tödlicher Schussverletzungen vom Schauplatz der einigermaßen stimmungsvollen Exposition an Halloween. Um der Reihe einmal mehr zu würdigen und ein halbwegs bekanntes Gesicht einzubinden, wurde der 1936 geborene Bruce Dern als Psychiater in einen bequemen Sessel drapiert, - allzu viel Sinn ergeben jene zwei, drei Sitzungen jedoch nicht.

Ein weiteres Manko ist die Betonung auf die Familie Cole und ihr bröckelnder Zusammenhalt. Zu wenige Szenen erzeugen Tiefe, während das Treiben um den Killer phasenweise komplett vernachlässigt wird. Und selbst wenn dieser zuschlägt und mal außerhalb der titelgebenden Richtung unterwegs ist, landen einige Kills im Off, so dass eine Axt in der Brust und abgezogene Gesichtshaut bereits die heftigsten Gewalteinlagen markieren.

Da sich in der ersten Hälfte relativ wenig ereignet, versucht man in der zweiten einige Cops ins Geschehen einzubinden, doch da diese scheinbar weder eine Zentrale, noch funktionierende Funkgeräte besitzen, erweist sich auch das nur als fadenscheiniges Mittel zum Zweck. Selbst das Domizil des Schlächters zeugt nicht von allzu morbider Atmosphäre und so wartet man schon ein wenig ungeduldig auf den Showdown und dass der Jahrestag endlich etwas temporeicher vonstatten gehen möge.

Doch auch hier kommt man kaum über eine halbwegs überschaubar choreographierte Klopperei hinaus, bevor das Geschehen nach 104 Minuten mit weiteren Fragezeichen endet.
Man kann den Mimen noch ein passables Niveau attestieren und das Handwerkliche als okay einstufen, doch für einen Slasher mangelt es an bedrohlicher Atmosphäre, wirkungsvollen Settings und einer Geschichte, die dauerhaft mitfiebern lässt.
Die wahrscheinlich unvermeidbare Fortsetzung lässt da wenig Hoffnung zu…
Knapp
4 von 10

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