Beim letzten Job, Auftrag oder eben Deal geraten die Ereignisse meistens aus dem Ruder, sonst bräuchte man kaum Krimis drehen. Vorliegender basiert einmal mehr auf realen Fakten, was insofern stimmt, als dass Marihuana 2016 in Kalifornien legalisiert wurde, was dem Schwarzmarkt natürlich mächtig zusetzte und hier anhand einer ebenfalls realen Figur veranschaulicht wird.
2015: Noch boomt das Geschäft mit Cannabis für Vince (Anthony Molinari), doch schon bald werden ihm aufgrund der anstehenden Legalisierung Steine in den Weg gelegt. Eine offizielle Lizenz wird ihm verweigert, weshalb er sich auf einen letzten Deal einlässt. Er leiht sich eine große Summe Geld von dubiosen Kredithaien, doch dann ereignet sich der Supergau…
So ganz legal war das nicht, was Autor und Regisseur Jonathan Salemi da während des Drehs veranstaltete, denn er filmte während des Lockdowns der Pandemie weitgehend ohne Dreherlaubnis. Dem Inhalt sieht man es allerdings nicht an, da ist nichts verwackelt oder gestaltet sich hektisch. Im Gegenteil, denn in der ersten halben Stunde ereignet sich nichts von Dramatik.
Jedoch lernt man in dieser Zeit Hauptfigur Vince und seine Marotten kennen. Dieser total durchschnittliche Typ neigt vielleicht ein wenig zu Naivität, doch er ist eine ehrliche Haut, mag keine unnötige Gewalt und trifft im Folgenden einige dumme Entscheidungen, die eine regelrechte Abwärtsspirale in Gang setzen. Natürlich hat er im Zuge dessen eine Menge schräger Typen an der Backe, die mehrheitlich aus dem Klischeetopf gängiger Bösewichter entsprungen sind, welche allerdings auch mal zu drastischen Maßnahmen greifen können, wie eine vergleichsweise fiese Szene im ersten Drittel bebildert.
Als sich die Schlinge enger zieht, setzt Salemi allerdings einige merkwürdige Prioritäten. Ein Verführungsversuch und der Besuch bei der Mutter rauben dem Treiben einige Dynamik, wogegen der Showdown deutlich zu kurz kommt und sich kaum entfalten kann. Zudem läuft er komplett vorhersehbar ab und offenbart leider keine Twists und Turns. Ferner tauchen unvermittelt Figuren in arg konstruierter Situation auf, welche die angeblich wahre Geschichte in ein zweifelhaftes Licht rücken.
Einen Pluspunkt bilden hingegen nahezu sämtliche Mimen, allen voran Molinari in der Hauptrolle. Er performt angenehm bodenständig und mit überraschend feinen Nuancen, was bei einigen bösen Wichten eindeutig nicht der Fall ist. Gelungen ist auch der Score, welcher streckenweise an Werke von Tangerine Dream erinnert, während er im finalen Akt mit Drums anzutreiben versteht.
Schade, dass es dem Stoff letztlich nicht gelingt, auch nur mit einer Handvoll Szenen aus der Masse ähnlich gelagerter Krimis heraus zu stechen. Das mit geringem Budget realisierte Werk bleibt handwerklich zwar unauffällig und gleichermaßen ohne Makel, doch der simplen Geschichte fehlen eindeutig Ecken und Kanten und unterm Strich auch ein gewisses Grundmaß an Spannung.
5 von 10