Also, es sind drei "Kurzfilme" in einem, je knapp ne Stunde lang. Die einzelnen Episoden sind inhaltlich unzusammenhängend, die Besetzung ist immer die gleiche. Im ersten Film geht es um Abhängigkeit, den absolut dekadenten Lebensstil nicht zu verlieren, koste es was es wolle. Teil zwei behandelt die Unfähigkeit, die lange vermisste Ehefrau als solche zu akzeptieren. Die, die sich verändert hat, wird gnadenlos abgelehnt. Teil drei behandelt die Suche nach ewigem Leben...
So kurz meine Sicht auf den Inhalt, so gut. Ich als Zuschauer befinde mich in den Film versetzt, der keinerlei Erklärungen liefert, warum die Situationen so sind wie dargestellt. Ist auch nicht so richtig wichtig. Es geht hier darum, wie Menschen ihre Menschlichkeit abgelegt haben. Nächstenliebe ist hier nicht zu finden, Moral hat niemand, Zwang herrscht allerorts. Die Protagonisten habe meist panische Angst, ihren mit Rücksichtslosigkeit (Teil 1) erkämpften Lebensstil zu verlieren. Da wird über Leichen gegangen, offensichtlich kosequenzlos. Kleinste Veränderungen führen zu schlimmster Paranoia (Teil 2) und die Angst vor Infektion der absolut dekadent-sterilen Welt (Teil 3) ist allgegenwärtig. Aber die Menschen machen alle mit. Der Nächste ist auch schon der erste Feind, den erheuchelten und erkrochenen Status Quo zu verändern. Diese Welten sind so steril, da wäre das auf-den-Boden-pinkeln von Emma Stone in Poor Things schon der Anfang der nächsten, tödlichen Pandemie. Alles ist hinter Glas, gebügelt, sauber, klinisch rein, bemessen und verplant. Es gibt kaum bis keine Moral. Die Mauern sind hoch, Zäune aus Metall. Es gibt kaum Reflektionen über das Getane, sei es noch so verwerflich. Der Mensch ist halt ein Tier. Das eigene Revier will verteidigt sein...
Die Atmosphäre des Films ist sehr beängstigend und verstörend. Es gibt fast keinen Soundtrack, außer ein Klavier, das dezent im Hintergrund Horror und Angst verbreitet. Dialoge sind abgemessen, es wird nichts zu viel gesagt. Gelächelt wird kaum, wenn ja dann geheuchelt. Humor? Ist ja, wenn man trotzdem lacht. Vielleicht ähnlich Dogtooth oder Alpen war hier nichts witzig. Dieser Film ist sein düsterster, neben Killing of a sacred Deer. Meine Meinung.
Die Bilder sind fantastisch, das Ensemble super, der Inhalt schon fast Sci-Fi, die tanzende Emma Stone sehr sexy. Dieser Film ist sehr zu empfehlen. Erst wollte ich einen Punkt abziehen, wegen der Länge. Hab drüber nachgedacht und bleibe bei
10/10