Ich liebe eure Energie, Jungs!
Das ist die große bunte Bunny Show... Allein diese von Bugs Bunny gesungenen Worte erinnern jeden aus meiner Generation deutlich daran, was für eine dicke Rolle die Looney Tunes und somit auch Duffy Duck und Schweinchen Pig in unserer Kindheit gespielt haben. Jeden Samstag- und Sonntagmorgen bis ungefähr kurz nach "Space Jam" war die chaotische Truppe kaum wegzudenken und immer für viele Lacher und eine ansteckend wilde Energie gut. Die meisten der Hollywoodfilme mit den überdrehten Animationsstars nach der Jahrtausendwende waren dann schon deutlich weniger meins, allzu viele gab's glaube ich eh nicht, aber irgendwie war man da ja auch rausgewachsen und hatte andere Dinge im Kopf. Abgesehen davon dass sowas wie "Looney Tunes: Back In Action" oder gar "Space Jam 2" auch qualitativ ein starker Abfall zu den Hochzeiten zuvor waren. Nun sind Duffy und Piggy aber zurück und in "The Day The Earth Blew Up" deutlich mehr in ihrem Element, wenn das ungleiche Duo eine gewiefte und wortwörtlich durchgekaute Alieninvasion aufhalten muss und zur letzten Hoffnung der animierten Welt wird...
Kaugummikauend geht die Welt zu Grunde
90 Minuten perfekt austarierte Anarchie, zwischen Invasion of the Duffy Snatchers und Porkys The Thing... I love it! Die Looney Tunes sind zurück und wir brauchen mehr von dem Stoff! Dabei ist das Tempo gar nicht allzu weit entfernt von heutigen hyperaktiven, LEGO'esken Sehgewohnheiten - aber Ton und Art sind dann doch anders. Und das ist gut so! Die Animationsqualität ist gut und einige stilistische Fingerübungen und spontan eingeworfene Zeichenstile wirken genauso sinnvoll wie frisch. Porkys "Lovestory" ist süß. Die Freundschaft der beiden "Helden" ist das eh. Die Aliens und Monster sind für einen "Kinderfilm" alle Ehre und Schocks wert. Leerlauf ist ein Fremdwort. Die vielen Anspielungen auf Klassiker der Genres sind clever eingestreut. Und das Herz sitzt definitiv auch am rechten Fleck. Ein toller Einstiegsfilm für Kinder in Sachen Sci-Fi-Horror. Der Oberbösewicht ist etwas klischeehaft. Einige Konflikte, Hindernisse und Probleme werden etwas problemlos und flott aus dem Weg geräumt. Und ganz so unverschämt und komplett ohne Maulkorb wie damals ist der Humor heutzutage natürlich nicht mehr. Aber trotzdem wird sich in allen Belangen erstaunlich wenig zurückgehalten. Hier werden kaum halbe Sachen gemacht. Der Titel ist lang - der Film ist null langweilig.
Verbindungsstück von Generationen
Fazit: Trifft den rauschigen, unberechenbaren Ton der Looney Tunes-Cartoons hervorragend, erzählt eine erstaunlich emotionale Buddy-Geschichte und vermischt diese auch noch fulminant mit Filmzitaten im Sci-Fi-Horror-Bereich... Das klingt nach viel auf einmal, macht aber nur erstaunlich wenig falsch und überpacet nie. Einer der kurzweiligsten Animationsfilme seit Jahren!