6
Das ist ein kafkaesk angehauchtes Drama (oder auch eine Satire - je nachdem, wie man es nimmt) mit nur ein paar leisen Horror-Untertönen. Desmond Harrington spielt den spleenigen Außenseiter, der kaum soziale Kompetenzen besitzt und nur lebt, um zu arbeiten, großartig. So außergewöhnlich ist die Geschichte über Vereinsamung und Sehnsüchte aber nun nicht, denn Männer, die nicht mit Frauen umgehen können und für diese eine Anleitung bräuchten, gibt es ebenso wie solche lebensechten Liebespuppen, so genannte Real Dolls. Warum für die ansonsten so akkurate und penible Hauptfigur auf einmal Realität und Phantasie (Wahnsinn?) zunehmend verwischen und sie in einen immer absurder werdenden Strudel der Ereignisse hineingerissen wird, das wird nie richtig klar. Irgendwie kommt mir LOVE OBJECT auch wie eine vom Tempo her gedrosselte Langfilmversion des niederländischen Shorties THE BITCH IS BACK vor.
9
Exquisit verfilmte Psycho-Horror-Drama Mixtur mit teils kranken aber sehr innovativen Einfällen. Aus psychologischer Sicht ist der Film zwar eher vorhersehbar, aber trotzdem überrascht das eigentliche Ende ungemein und es passt einfach perfekt zu dem immer wieder aufblitzenden schwarzen Humor - hier ist kein Hauch von Hollywood-Schmonz zu merken. Desmond Harrington ('Ghost Ship', 'Wrong Turn') spielt den psychisch "leicht" angeknacksten Einzelgänger mit steigender Intensität, ich hoffe man kann in Zukunft mehr von ihm sehen. Trotz der inhaltlichen und visuellen Kontraste und den Stimmungschwankungen zwischen bösem Humor, Horror und Satire wirkt der Streifen homogen. Die eingesetzte Musik trägt zusätzlich der skurrilen Atmosphäre bei. Ein echter Geheimtipp, der auf vielen Ebenen etwas zu bieten hat. Robert Parigi zeigt hier wirklich Talent und kann dies hoffentlich bald wieder unter Beweis stellen. 9/10