Wer könnte es wohl mit M. Night Shyamalan aufnehmen? Wer wäre am besten geeignet, einen überkonstruierten Mysteryfilm zu drehen, der inhaltlich maximal das Zeug zu einer Twilight Zone Episode hat, aber trotzdem auf 100 Minuten gestreckt wird? Es ist – Überraschung! – Ishana Shyamalan, M. Nights Tochter. Die durfte schon bei Shyamalans Apple-Serie THE SERVANT mal hinter die Kamera, hier kommt nun also ihr Filmdebut.
Mina (Dakota Fanning) bleibt mit ihrem Wagen irgendwo in den verwunschenen Wäldern Irlands stehen und findet Unterschlupf in einem Bunker. Dort hausen bereits drei Personen, die den Wald nicht mehr verlassen können und sich nachts den „Watchers“ vor der einseitigen Spiegelwand des Bunkers präsentieren. Dass die einzige Unterhaltung im Bunker eine Big Brother-DVD ist und dass Mina eine Zwillingsschwester hat, sind nur die plakativsten Anzeichen dafür, wie „heavy handed“ der Film erzählt wird. Die Inszenierung in den ersten beiden Dritteln ist absolut solide, Shyamalan schafft es ähnlich gut wie ihr Vater, Atmosphäre aufzubauen, das Drehbuch wird jedoch immer unsinniger, je mehr es die gesamte Mythologie zu erklären versucht und das Ende ist in jeder Hinsicht ziemlich grottig.
Insofern befindet sich Frau Shyamalan jr. leider auch hier ziemlich genau in den Fußstapfen ihres Vaters wieder. Nein, da kann man keine „Watch“-Empfehlung geben.
5.5/10