Review

Allmählich sollte vor Filmen mit Val Kilmer generell ein Warnschild angebracht werden, daß hier mindere Qualität zu erwarten ist.
Obwohl: hier spielt er nur die zweite oder dritte Geige, denn Kim Basinger mimt hier die gemäß Titel überragende Safeknackerin, die für den entführten Sohnemann noch einmal zu einem Bruch genötigt wird.

Anstatt das alles als straighten Caper-Thriller anzulegen, versucht der Film nach Kräften zu menscheln und baut Tonnen von Hindernissen für alle Beteiligten auf. Sohnemann glaubt, daß seine Mutter tot ist, der Papa ist ein hinterlistiger Betrüger, der Gangster kascht sich den Jungen und erpresst die gute Karen und zwischendurch müssen wir erleben, wie die Basinger sich mit den Problemen eines Ex-Knackis rumschlägt. Kein Job, kein Geld, keine Chancen, ein schleimiger Bewährungshelfer und schlechte Aussichten.
Und als Kirsche obendrauf Kilmer als superdämlicher Jungverbrecher mit dem goldenen Herzen, der ihr natürlich beiseite steht.

Das einzig erfreuliche hier ist der wirklich schön geplante Bankraub an sich, aber die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit und komplett fehlende Härte von Mrs.McCoy geht in ihrer Weinerlichkeit doch bald allen auf den Keks, genauso wie das Söhnchen sich auf seine eigene Entführung offensichtlich einen strickt, solange das bei Entführers angenehmer als daheim ist.

Am Ende endet alles verdammt happy und einfach, man setzt sich mit dick Kohle in freundlichere Gefilde ab und straft damit dem versuchten Realismusanstrich Lügen, den man vorher so sorgfältig aufgebaut hat.
Endlich mal wieder ein „Thriller“, bei dem gemütlich ein gutes Buch lesen kann. Wenn man aufschauen sollte, wird’s laut. Sehr praktisch geregelt. (4/10)

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