Review

The One Armed Swordsmen

Brother Dragon ist ein Dieb und kaltblütiger Killer, der nicht einmal vor dem Mord an den eigenen Leuten zurückschreckt. Als er die Beute von 13 Überfällen in Sicherheit bringen will, wird er von einem Kung Fu-Lehrer ertappt und schlägt diesem den Arm ab. Wang Yu kommt ihm zu Hilfe, Brother Dragon kann währenddessen jedoch entkommen, seinerseits nun (dank Wang Yu) ebenfalls einarmig. Kurze Zeit später gelingt ein Attentat auf den Lehrer im Beisein seines kleinen Schülers. Die Hinterbliebenen forschen nun im ganzen Land nach einem einarmigen Schwertkämpfer. Wie es der Zufall will, sind gleich zwei einarmige Kämpfer in der Stadt: Wang Yu und David Chiang. Durch Intrigen stehen sich die beiden Großmeister bald in einem Duell auf Leben und Tod gegenüber...

Man denke nun aber bloß nicht, daß damit die komplette Story schon erzählt sei. Der Film wirkt zwar anfangs ähnlich einfach gestrickt wie die (trotzdem natürlich sehr gute)zweite One Armed-Auskopplung "Zatoichi meets the One Armed Swordsman", läuft aber immerhin satte 110 Minuten lang und hat noch so einiges in petto. Geschickt hat es DAS Eastern-Traumpaar Yu/Chiang verstanden, klassische Elemente des Kung Fu-Films mit dem amerikanischen Buddy-Movie und schließlich sogar mit einer Art Detektiv-Geschichte zu verknüpfen. Die beiden Hauptdarsteller sind, so ähnlich sie rein äußerlich auch scheinen mögen, gegensätzlich genug gezeichnet, um knisternde Szenen und subtile Komik hervorzurufen. Wang Yu als der düstere, etwas überhebliche, wortkarge und kalt berechnende Charakter, und Chiang als quasselnder, lustiger, zwar ebenfalls von sich überzeugter, sich und alles andere aber nicht ernstnehmender Jungspund. Schade, daß es bei dieser einen Zusammenarbeit geblieben ist (bei der beide auch zusammen Regie geführt und das nötige Kapital aufgetrieben haben), denn die beiden machen zusammen eine äußerst gute Figur und liefern eine phantastische Show. Ich glaube, der ganze Film drumherum könnte auch 100%iger Totalschrott sein und man würde es den beiden verzeihen und den Film trotzdem noch irgendwie gut finden. Aber der Film drumherum ist tatsächlich auch noch sehr gut! Man erwarte keine Shaw Brothers-Kulissen, Kostüme oder Staffage, denn das braucht es manchmal gar nicht. Dieser Film funktioniert auch so, man kommt sofort rein und ist gefesselt vom Anfang bis zum Ende. Gut gefallen hat mir auch die Musik, die ein bißchen Italo-Western-Showdown-mäßig rüberkommt und gut Stimmung bringt. Ausreichend, übertrieben und gut choreographiert gekämpft wird ebenfalls und Blut fließt mir auch genug, einige Insider-Jokes sind vorhanden, Wang Yu darf einige trockene Sprüche zum besten geben und Chiang schmachtend dreinblicken, die Endgegner sind herrlich böse und kurios, Lung Fei spielt auch noch mit und es gibt einige Teehaus-Szenen, in denen beide Heroen mit Eßstäbchen und dem üblichen Fundus zeigen können, aus was für (coolem) Holz sie geschnitzt sind. Darüberhinaus hat man wohl noch nie so viele Einarmige in EINEM Film gesehen!

Fazit: Spitzen-Verschnitt aus den ersten drei Shaw Brothers-Produktionen und Jimmy Wang Yu-Trash! Es gibt nichts zu meckern -- angucken! Topfilm! Pflicht!

10 von 10 Punkten

Details
Ähnliche Filme