Ach ja, die späten Fortsetzungen. Filmreihen, die lange auf Eis lagen werden reaktiviert in der Hoffnung auf – ja, worauf eigentlich? Ich weiß es nicht und auch nach der Ansicht von „Beverly Hills Cop: Axel F“ bin ich nicht schlauer. Dreißig Jahre nach seinem letzten Film und ganze vierzig nach seinem Debüt verschlägt es den Cop aus Detroit erneut nach Beverly Hills, wo er sich nicht nur seiner entfremdeten Tochter wieder annähern will, sondern natürlich auch in einen Kriminalfall gezogen wird.
Die Formel ist unverändert. Die Welt ist es nicht. Und so bedient sich der von Mark Molloy inszenierte Streifen den bekannten Mustern vom Relikt in der Moderne. Kommentare über das Altwerden und die davon gezeichneten Gesichter der früheren Mitstreiter sind da unvermeidlich, immerhin wird das nicht so penetrant wie befürchtet eingewoben. Dabei ergeht sich „Axel F“ zu Beginn in einer Ladung Retro, wenn der Held in seiner alten Karre zu „The Heat Is On“ durch Detroit zuckelt. Hey, schaut her, es ist wie früher, das alte Gefühl, wisst ihr noch? Das will man hier verkaufen – und lässt es ganz schnell wieder fallen. Kurz die alten Fans abholen, an den Erinnerung packen und dann wird das schon. Mehr oder weniger.
Und irgendwann ist der Cop wieder in Beverly Hills gelandet. Klar erwartet man die Umstände, die Gegensätze, aber selten waren sie so verwaschen wie hier. Dem Humor fehlt der Biss und man war sich merklich bewusst, dass der 80er Foley hier nicht mehr funktionieren würde. Eddie Murphy wieder in der Hauptrolle ist ein nettes Wiedersehen, obwohl er manchmal so schaut, als wüsste er nicht, in welcher Szene sich seine Figur gerade befindet und wie sie reagieren soll. Seine ehemaligen Mitstreiter Rosewood (Judge Reinhold) und Taggart (John Ashton) spielen nur am Rande mit. Dafür bekommt man einen ausufernden und unnötigen Subplot um Foleys Tochter Jane Saunders (Taylour Paige), den ich nicht gebraucht hätte. Natürlich hängt an der Dame ihr Ex-Freund Bobby (Joseph Gordon-Levitt), der auch noch mitgeschleift wird in diesem an Laufzeit überdimensionierten Aufguss. Selbst Bronson Pinchot als Serge war schon mal lustiger. Als Schurke macht Kevin Bacon keine schlechte Figur, aber war die eigentliche Kriminalgeschichte eh nie die Stärke der Reihe, so reißt sie auch hier nichts.
Action gibt es in regelmäßigen Abständen und diese ist durchaus solide. Schießereien und Verfolgungsjagden, ambivalent bebildert. Denn nie weiß man genau, ob das Gesehene echt ist oder aus dem Rechner stammt. Musikalisch fährt man irgendwo zwischen Retroklängen, moderner Austauschbarkeit und einem Gemisch aus diesen beiden Kategorien. Das bekannte Hauptthema wird endlos in Variationen auf der Tonspur untergebracht, den originalen Sound hört man nie. Man will die Kids nicht verschrecken.
„You watch too many movies.“
Unterm Strich besser als Teil drei, was aber auch keine große Kunst ist. Was wieder die Eingangsfrage aufwirft – was bezweckt man mit diesem Aufguss? Es gibt keine Antwort, nur eine weitere späte Fortsetzung, die nun alte Leute zeigt, die wir von früher in jünger kannten.