In einer Welt weit in der Zukunft bestimmt künstliche Intelligenz (KI) einen Großteil des menschlichen Daseins - leider hat sich einer dieser als Diener konzipierten Bots soweit selbstständig gemacht, daß er eine Art Revolution unter den Maschinen anzettelt und die Menschheit auslöschen will. Dem bei der Firma Shepherd entwickelten Harlan (Simu Liu) gelang es, die Sicherheitsprotokolle diverser Kampfdrohnen zu umgehen und umzuprogrammieren, sodaß durch diese weltweit knapp 3 Millionen Menschen terminiert wurden. Als Reaktion darauf vereinten sich sämtliche Staaten der Erde in der International Coalition of Nations (ICN) und flogen Gegenangriffe auf die rebellischen Maschinen, sodaß der als weltweit erster KI-Terrorist bezeichnete Harlan sich schließlich ins Weltall absetzen mußte, nicht ohne die Botschaft zu hinterlassen, daß er wiederkommen werde, um sein Werk zu beenden.
28 Jahre später taucht ein von Harlan konstruierter Bot namens Casca (Abraham Popoola) auf der Erde auf und nährt erneut die Furcht vor einem Wiederauftauchen des KI-Terroristen. Unter Verlusten kann Casca zwar dingfest gemacht werden, doch als sich die Anti-Terror-Analystin Atlas Shepherd (Jennifer Lopez) mit dessen Programmierung beschäftigt, erkennt sie, daß sich Harlan inzwischen weiterentwickelt hat - allerdings kann sie ihn auf dem fernen Planeten GR-39 in der Andromeda-Galaxie lokalisieren. Der Kommandant des ICN, General Boothe (Mark Strong) beordert daraufhin ein Kampfraumschiff, die Dhiib, dorthin, um Harlan endgültig zu vernichten.
Atlas, deren Mutter Harlan einst entwickelt hatte, und die daher als Spezialistin auf diesem Gebiet gilt, begleitet die Mission mit gemischten Gefühlen, hegt die misanthropische Wissenschaftlerin doch nicht nur ein tiefes Mißtrauen gegenüber Menschen, sondern erst recht gegenüber KI. Doch genau dieses Vertrauen in Maschinen ist der einzige Ausweg, nachdem die Truppen der ICN bei der bereits erwarteten Landung fast sämtlichst terminiert werden. In einem Kampfroboter namens Smith muss Atlas nun alleine auf dem fernen Planeten gegen Harlan antreten...
Die Beschäftigung mit künstlicher Intelligenz und ihren Auswirkungen auf unser aller Leben rückte in den vergangenen Jahren immer mehr ins Blickfeld - Filme wie I, Robot (2004) oder auch Ex Machina (2016) setzen sich bereits kritisch mit einer die Menschen zu ihrem Schaden austricksenden KI auseinander, und dementsprechend pessimistisch geht auch Regisseur Brad Peyton (Sweet Girl) zu Werke: in seinem 2024er SciFi-Streifen Atlas geht es fast den ganzen Film lang nur darum, daß eine KI-misstrauische Person sich mit einer KI zum Zwecke ihres eigenen Überlebens mehr oder weniger wider willen anfreunden muß und am Ende so etwas wie eine persönliche Beziehung zu ihrem Kampfroboter entwickelt - eine Paraderolle für Jennifer Lopez, die auch als Produzentin auftritt und eine One-Woman-Show abliefert, bei der tiefere Betrachtungen zur eigentlichen KI-Thematik natürlich außen vor bleiben.
Während also die durchwegs flachen Dialoge zwischen der Analystin und ihrer künstlichen Intelligenz für nur mäßige Unterhaltung sorgen, da Lopez die Neural-Sync genannte Verbindung ihres eigenen Gehirns mit dem der KI zunächst wie der Teufel das Weihwasser scheut, sind die voll ausgestatteten Blechmonster und Bots, die sich dann und wann bekämpfen, durchwegs vorzeigbar auf dem neuesten Stand der Bildtechnik ausgefallen: Raumschiffe und Drohnen, die in Sekunden pulverisiert werden, menschenähnliche Bots mit aus Fingern wachsenden Plasmasägen oder Laserpeitschen, Schachspiel-Hologramme genauso wie ein Sägescheiben verschießender sprechender Kopf aus dem Koffer, oder ein fremder Planet, bei dem sich eine karge felsige Schneelandschaft mit sonnenbeschienenen Bäumen und Disteln abwechseln.
Fürs Auge wird also allerhand geboten, und wer J.Lo einigermaßen vorurteilsfrei gegenübertreten kann, wird sich durch Atlas (der mir immerhin besser gefiel als Lopez´ letzter Film Mother) auch ganz leidlich unterhalten fühlen - mehr allerdings auch nicht. 5 Punkte.