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Sein Image als "Dirty Harry" wird ihm ewig anhaften, auch wenn Clint Eastwood mehrere Versuche startete, es zu parodieren. Auch in seiner sechsten Regiearbeit "Der Mann der niemals aufgibt" ist der Hauptcharakter Ben Shockley ganz klar an Harry Calahan angelehnt. Ganz zu Beginn trägt er fast den gleichen Anzug wie der Polizeiinspektor und auch hier kommen die Onliner wie aus der Pistole geschossen. Auf Vorgesetzte ist er auch nicht sonderlich gut zu sprechen, ihn unterscheidet eigentlich nur das Alkoholproblem und das etwas ungepflegtere Aussehen.

Von seinem Vorgesetzten Blakelock (William Prince) wird der Polizist Ben Shockley (Clint Eastwood) nach Las Vegas geschickt, um dort einen Zeugen abzuholen. Der Zeuge entpuppt sich als die Prostituierte Augusta "Gus" Mally (Sondra Locke), die in Phoenix in einem Prozess aussagen soll. Genau das will Jemand verhindern und bald haben Ben und Gus die ganze Polizei am Hals. Selbst in Bens Revier scheint es einen Verräter zu geben. Aber egal was es kosten mag, Ben will Gus am Gerichtsgebäude abliefern.

Ich bin wirklich froh, dass Eastwood nicht das Drehbuch verbrochen hat, denn durch einige Logiklöcher könnten mehrere gepanzerte Busse durchfahren. Die beiden Drehbuchautoren Michael Butler und Dennis Shryack schrieben später das Drehbuch zu Eastwoods "Pale Rider".
Die Story könnte nett umschrieben als Aufhänger bezeichnet werden, um die Non-Stop Hatz von Las Vegas nach Phoenix zu gewährleisten. Auf diverse Wendungen muss man verzichten, der obligatorische Verräter bei der Polizei steht schon im ersten Drittel fest. Auch steht fest, was sich zankt, liebt sich später. So liefern sich Ben und Gus einige Wortgefechte, doch die Hetzjagd schweisst die Beiden zusammen. Von einer Bettszene bleiben wir aber verschont.

Ein wenig Zeit braucht der Film, um in die Gänge zu kommen. In Vegas hat sogar Jemand eine Wette auf Gus und Ben laufen, ob sie überleben. Kurz nachdem Ben seine Zeugin vom Polizeirevier abgeholt hat, beginnt der Spass. Das gemietete Auto fliegt in die Luft, wobei ein Polizist sein Leben lässt und die Beiden werden verfolgt. Nach einem Anruf bei seinem Vorgesetzten, haben die Beiden dann auch noch die gesamte Polizei am Hinterteil kleben.
Eastwood tritt dann mächtig auf die Tube mit einigen Shootouts und Verfolgungsjagden. Da wird ein ganzes Haus zu Klump geschossen, nebst Autos und Hubschrauber. Zwischendurch legt sich Ben mit ein paar Rockern an, was ihn jedoch teuer zu stehen bekommt, denn es endet in einer Keilerei. Dazwischen ist immer mal Zeit für ein paar Streitereien, oder auch emotionale Momente.

Auf jeden Fall bietet Eastwood Action satt, besonders das Finale haut richtig rein. Da fahren Ben und Gus mit einem gepanzerten Linienbus durch die Stadt, während die Polizei das Feuer eröffnet. Doch warum wird so ein hirnrissiger Befehl nicht hinterfragt und vor allem warum offenbart sich der Verräter vor der gesamten Polizei als Solcher. Auch verstehe ich nicht, warum Gus und Ben so langsam durch die Stadt schleichen, während auf sie geschossen wird. Normalerweise gibt man da Vollgas und durch. Das Drehbuch entbehrt einige grobe Schnitzer. Auch sind die Polizisten hier arg schießwütig, das grenzt schon fast an einer Parodie.

Clint Eastwood ist eine sichere Bank, als Darsteller sowie als Regisseur. Seine launische Darbietung macht Spass, nur seine Fäuste könnten ein wenig mehr gefordert sein. Seine damalige Frau Sondra Locke gibt die Prostituierte Gus Mally und sorgt mit ihrem großen Mundwerk für einige Wortgefechte. Pat Hingle als enger Freund Shockleys ist auch zugegen und am restlichen Cast gibt es nichts zu meckern.

Brachiale 70er Jahre Action mit extrem hohem Munitonsverbrauch. Für lückenlose Unterhaltung ist gesorgt und die Darsteller machen ihre Sache gut. Aber die Story offenbart einige Patzer, ist vorhersehbar und der Score ist ein wenig lahm. Eastwood hat Besseres auf die Leinwand gebracht.

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