Review

Ein modernisiertes Stelldichein diverser Monster der Universal-Studios befindet sich seit geraumer Zeit in Planung, doch die Mockbuster-Schmiede von Asylum kommt dem zuvor.
Jedoch: Je freudiger die Aussicht auf ein Wiedersehen klassischer Monster, umso ernüchternder fällt die Ideenlosigkeit hinsichtlich der Individuen aus.

Draculas Tochter Elisabeta wurde von Dr. Frankenstein (Michael Madsen) entführt, welcher Teile exquisiter Monster benötigt, um sich selbst Unsterblichkeit zu verleihen. Dracula verbündet sich mit den Opfern, um dem Unhold endgültig die Leviten zu lesen…

Dass Madsen seit einigen Jahren nur noch abkassiert, um lustlos seine Texte herunter zu leiern, wird im vorliegenden Fall nicht dadurch kaschiert, dass er mit Eye-Liner in einem minimalistisch eingerichteten Labor herumeiert, um seinem Monster Boris schroffe Anweisungen zu geben. Die dazugehörige Residenz ist ansonsten nur von oben zu sehen und scheint ein Miniatur-Überbleibsel aus den 60ern zu sein.

Überdies schimmert das überaus niedrige Budget an allen Ecken und Enden durch. Es gibt kaum Außenaufnahmen, keine Statisten, karg ausgestattete Räumlichkeiten ohne Leben und dazwischen langweilige Figuren, die sich um Kopf und Kragen reden. Der junge Dracula gibt sich noch einigermaßen Mühe, während Ramses sich hinter einer immerhin nicht schlecht gestalteten Mumienmaskerade verstecken kann, wobei es der Unsichtbare hinter Pullover und Sonnenbrille noch leichter hat. Dieser soll wohl am Rande für auflockernde Sprüche sorgen, doch es geht alles nach hinten los.

Entsprechend gestaltet sich das Treiben furchtbar träge. Es gibt kaum Bewegung, von Action ganz zu schweigen. Selbst, wenn Boris einmal mehr zur Tat schreitet, um dem Meister notwendige Zutaten zu besorgen, scheitert dies an ausbleibender Spannung und miserablen Szenenaufbau. Die Musik ist ebenso einschläfernd, obgleich der früh erklingende Titelsong beinahe die Vibes eines klassischen Bond-Themas mitbringt.

Derweil tritt die Handlung phasenweise auf der Stelle, weil ein Orakel zu völlig irrelevanten Aspekten befragt wird und diverse Treffen in einer Kneipe noch mehr unnötige Dialoge einbinden. Erst zum Finale erdreistet man sich eines altbekannten Stilmittels, indem kurz vor dem Höhepunkt ein Warnhinweis eingeblendet wird, um zart besaitete Zuschauer vom eventuellen Grauen zu warnen, - Überraschung: Dieses bleibt selbstverständlich aus.

Obgleich ein lustig animiertes Monster im Finale mitmischt und dadurch die trashige Note ein wenig in die Höhe treibt, bleibt das Unterfangen harmlos, humorlos und fast frei von Gewalteinlagen. Die uninspirierten 85 Minuten können sich selbst eingefleischte Monsterfreunde sparen.
Knapp
3 von 10





Details
Ähnliche Filme