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Von der wunderbaren philippinischen Inselkulisse sollte man sich nicht einlullen lassen: Regisseur Dario Germani, der eine Ausgabe von „Emanuelle“ in seinem Repertoire hat, war augenscheinlich mehr daran interessiert, zwei halbnackte Frauenkörper abzulichten als auch nur ansatzweise auf Thrill zu setzen.

Das Paar Carol und Roberta befindet sich im Urlaub auf den philippinischen Inseln. Sie unternehmen einen Bootsausflug zwecks Tauchgang mit dem Skipper Frank. Doch als eine Sauerstoffflasche leer ist, lässt Frank Roberta in einer Grotte zurück, um allein mit Carol auf dem Boot zu bleiben…

Es benötigt sagenhafte 55 Minuten, um erstmalig für ein Minimum an Suspense zu sorgen. Bis dahin hat man es mit zwei ausgesprochen lesbischen Protagonistinnen zu tun, die keine Gelegenheit auslassen, sich einander körperlich zu nähern, was nicht gerade zur erfolgreichen Charakterbildung beiträgt. Roberta wirkt dennoch ein wenig sympathischer, da sie sich offen für Sehenswürdigkeiten und Lokalkolorit interessiert, während Influencerin Carol mehr mit dem Anfertigen von Videos beschäftigt ist. Frank taucht derweil am Rande einer Party als Womanizer auf, - nur, dass man ihn schon man gesehen hat.

Die Bootstour als solche zeichnet sich ebenfalls lange Zeit durch Routine aus, denn während die Damen einmal mehr kuscheln, bereitet Frank diverse Mahlzeiten zu, bis es endlich zum Tauchgang geht und zumindest die Unterwasseraufnahmen einigermaßen sauber eingefangen sind, obgleich der angebliche Tauchgang in die Grotte mit einigen Kontinuitätslücken behaftet ist. Da es im Vorfeld keine bösen Vorzeichen gab, wird der Schalter bei Frank umso plötzlicher umgelegt, zumal die üblichen Anzeichen eines Psychopathen komplett ausblieben und das Motiv ebenso absurd erscheint.

Was folgt, sind aber nicht etwa Psychospielchen oder ein Überlebenskampf, sondern nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen auf allen Ebenen. Für das komplett undurchdachte Drehbuch sprechen nicht nur widersprüchliche Handlungen, sondern auch der unspektakuläre Showdown, der ohne einen Hauch von Spannung in wenigen Sekunden herunter gebrochen wird. Hinterher fragt man sich: War irgendwas?

Bezeichnenderweise taucht kurz vorm Finale ein Hai in der Nähe des Bootes auf und übt rein gar keinen Einfluss auf die Handlung aus, - leider. Zweifelsohne liefert die malerische und kontrastreich abgelichtete Kulisse im Inselbereich einen hübschen Anblick, doch darüber hinaus ist hier nichts mitzunehmen. Darstellerisch ist das Niveau eher unterdurchschnittlich, der Score fällt rein gar nicht auf und in Sachen Thrill versagt der Stoff auf ganzer Linie.
Da dürften einige Urlaubsvideos mancher Influencer womöglich ansprechender ausfallen.
2,5 von 10





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