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Ähnlich wie bei der Frage nach der Henne und dem Ei stellt sich jene in Bezug auf den Succubus: Gab es erst den Dämon oder entstand zunächst die Nacktheit und dann die Begierde danach?

Auf einer verschneiten Insel finden sich vier Paare ein, um an einem dreitägigen Seminar teilzunehmen. Während ihnen ominöse Maskierte Aufgaben zuteilen, versucht Stacey hinter das Verschwinden ihrer Schwester zu kommen, die auf jener Insel vermutet wird. In einem Labyrinth scheint die Wahrheit ans Licht zu kommen…

Der russische Regisseur Serik Beyseu hatte offenbar nur ein paar vage Ideen zum Vorgehen des Dämonen, welcher sich von der Lust des Menschen nährt. Hiermit sind natürlich stets ein paar halbnackte Körper verbunden und in Bezug auf die Paarkonstellation wird entsprechend fremdgegangen, obgleich das Konzept der therapeutischen Maßnahmen nachvollziehbar erscheint. Was für ein Glück, dass alle acht ansehnlich und im entsprechend knackigen Alter sind.

Jedoch gerät die Angelegenheit nach einer kurzen, aber geglückten Vorstellung der Individuen rasch aus dem Gefüge. Die Handlung springt ein wenig wirr zwischen Visionen und Trugbildern hin und her, während jenes Labyrinth im Wald, bestehend aus Ästen, Spiegeln und merkwürdigen Hinweisen zum Zentrum jener Wahrnehmungen wird. Man könnte auch unterstellen, dass dieser Ort am ehesten für einige jump scares taugt, wo locker mal ein paar Totenhände greifen können oder eine Dämonenfratze erscheint.

Sympathisch ist von den Figuren niemand, selbst Stacey wirkt arg unterkühlt und schleppt einige Geheimnisse mit sich herum, wodurch sich auch niemand als Sympathieträger eignet. Stattdessen nähern sich die Leute so lange an, bis jeder Typ sich wenigstens einmal einer fremden Dame vorgestellt hat oder mit ihr intim geworden ist, was mit weniger erotisch gefilmten Softcore einhergeht und glücklicherweise nicht die Oberhand gewinnt.

Der Titelgebende taucht indes erst zum Showdown kurz auf und nimmt, nachdem er bis dato jede menschliche Gestalt annehmen kann, seine ursprüngliche Form ein, welche immerhin einigermaßen detailreich ausgestattet ist. Auch gegen die wenigen Spezialeffekte ist kaum etwas auszusetzen und selbst die rar gesäten CGI gehen in Ordnung. Ähnlich verhält es sich mit dem Score, der zweckdienlich etwas zu sehr im Hintergrund dudelt, während die Mimen zumindest keinen Totalausfall bilden, sich jedoch auch nicht für internationale Produktionen empfehlen.

Letztlich scheitert der Streifen an seinem unausgegorenen Konzept, da er sich nicht so recht zwischen Schwesternsuche, Verführung und Dämonenterror entscheiden kann und somit sprunghaft und unentschlossen pendelt und nie eine rote Linie findet. Spannung kommt bei alledem nur in Ansätzen auf und während der verzehrende Dämon weitgehend in den Hintergrund rückt, ist einem das Treiben der austauschbaren Figuren letztlich egal.
3,5 von 10




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