Review

Zwischen „La comunidad“ und „Toolbox Murders“ findet sich mit diesem Film eine weitere Episode über Psychoterror im Mietshaus.
Kurz vorm Umzug? Na, dann stellt euch besser erstmal euren zukünftigen Nachbarn vor, bevor…

…hätte Architektin Jane auch besser getan, bevor sie das Apartment ihrer verstorbenen Tante bezog. Nicht nur ihr wesentlich älterer Freund Greg hat etwas gegen getrennte Wohnungen, sondern offenbar auch die ältere Dame, die in der Etage unter ihr wohnt. Sobald Jane auch nur einen Nagel in die Wand schlägt, klopft es von unten. Zudem erhält sie Drohbriefe mit eindeutigen Richtlinien zum Wohnen und sich daraus ergebende Warnungen. Als sich aber Mäuse und Maden plötzlich als Janes ungebetene Untermieter vorstellen, holt sie zum Gegenschlag aus.

Ja, die lieben Nachbarn. Wer kann schon von sich behaupten, in der Mietswohnung laute Rockmusik hören zu können und dazu im Takt Seil zu springen…
Kein Geist eines ermordeten Ex-Bewohners, kein Schatz in irgendeiner Wand lässt den Psychoterror aktiv werden, sondern die scheinbar alltägliche Auseinandersetzung mit den Mitbewohnern, bei denen es eine(r) sehr penibel betrachtet und Jane loswerden will.
Der erste Verdacht fällt natürlich auf Freund Greg, der unbedingt mit Jane zusammenwohnen will, aber ist er am Ende auch involviert?
Relativ geschickt bindet die Story zahlreiche Übeltäter ein, bei der das Mitraten durchaus Spaß macht, auch wenn man bei der Auflösung und den dazugehörigen Argumenten ein wenig mit dem Kopf schütteln wird.

Der Weg ist das Ziel und so muß sich Jane einem Psychoterror entgegenstellen, der mit brauchbaren Ideen daherkommt und stimmungsvoll düster in Szene gesetzt wurde. Allerdings hätte man einigen Sequenzen etwas mehr Intensität gewünscht, wie das sich Lösen der Fliesen durch heftiges Klopfen oder der Einsatz von Maden und fröhlichen Mäusen. Richtig fesselnde Akzente setzt die Story genauso wenig, wie die Darstellung von Juliette Lewis als Jane. Während man ihren zierlichen Körper in den ersten 20 Minuten hin und wieder in Unterwäsche sieht, ist das darstellerisch allenfalls Mittelmaß und die Rolle einer Architektin nimmt man ihr so gar nicht ab.
William Hurt ist mit seiner eindimensionalen, frostigen Mimik sogar noch schlechter.
Die übrigen Rollen sind aber passabel ausgefüllt: „Jigsaw“ Tobin Bell und Shelley Duvall bringen innerhalb ihrer nur kurz im Bild festgehaltenen Präsenz gute Leistungen.

Unterhaltsam ist dieser Psychothriller aber dennoch ausgefallen, denn nur allzu gut kennt man die Situation mit den lieben Nachbarn und deren Vorstellungen vom Zusammenleben. Ein paar Innovationen hätten der Geschichte aber gut getan und der ansprechenden Prämisse mehr Gehalt verliehen. Anspielungen auf „Rear Window“ hat man in diesem Zusammenhang schon zu oft gesehen…
6 von 10 Punkten

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