Review

Der eigentlich auf seichte Komödien abonnierte Schauspieler Kevin Hart arbeitet immer noch mit Hochdruck daran, seine Karriere als Action-Star voranzutreiben, hat allerdings so einige Schwierigkeiten einen Produzenten zu finden, der bereit wäre, für seinen angedachten Reality-Actionfilm mit improvisierten Kampf-Szenen die notwendige Kohle locker zu machen. Umso begeisterter ist er, dass ein obskurer Schwede namens Stromberg während eines Meetings anbietet, das besagte Projekt zu finanzieren... kurz bevor dieser ihn mit einer Betäubungs-Pistole außer Gefecht setzt. Als Hart wieder zu Bewusstsein kommt, ist er an einen Stuhl gefesselt und kurz davor, von einem maskierten Unbekannten mit einer Kreissäge in kleine Stücke geschnitten zu werden. In dem Glauben, dass die Dreharbeiten zu seinem Film bereits begonnen haben, gelingt es ihm jedoch, seinen Angreifer außer Gefecht zu setzen und mit seiner ebenfalls gekidnappten Kollegin Jordan King zu fliehen. Gemeinsam mit seinem Assistenten Andre geht Hart der merkwürdigen Sache auf den Grund und kommt schließlich dahinter, dass sein ehemaliges Stunt-Double Doug hier einen elaboraten Rache-Plan in die Tat umsetzt... mit der finalen Absicht, Kevin Harts Identität zu übernehmen. Jetzt kann nur noch einer helfen: Der legendäre Stuntman-Mentor "206", der so heißt, weil er sich angeblich bereits jeden einzelnen Knochen im Leib gebrochen haben soll... Die Quibi-Resteverwertung "Die Hart: The Movie" war trotz aller formalen und handwerklichen Schwächen auf Amazon wohl ausreichend erfolgreich, um eine Fortsetzung zu rechtfertigen... welche übrigens nicht als Zusammenschnitt einzelner Web-Episoden daherkommt, sondern direkt als "richtiger" Film konzipiert wurde und deshalb auch nicht gänzlich den schalen Charakter einer billigen Nummern-Revue hat. Dass bei dem mal wirklich absolut perfekt betitelten "Die Hart 2: Die Harter" erheblich mehr Aufwand betrieben und wohl auch das Budget kräftig hochgeschraubt wurde, merkt man dann auch schnell daran, dass man ihn nicht erneut billig in irgendeinem Lagerhaus runtergekurbelt hat, sondern viele Orts- und Location-Wechsel da durchaus für ein paar Schauwerte sorgen. Okay, Kino-tauglich ist das alles immer noch beileibe nicht, aber bei 'ner kleinen Comedy zum schnellen Wegstreamen kann man da ja doch mal ein Auge zudrücken, zumal die Chose ja doch ganz kurzweilig unterhält und gar nicht mal so unlustig geraten ist. Wie beim Vorgänger braucht man ungefähr 'ne halbe Stunde, um mental auf das Level runterzukommen, das der Film einem vorgibt und die Handlung als die sinnlose Nebensächlichkeit zu begreifen, die sie hier ist, aber ab da kann man dann in einer Tour bis zum Abspann durchkichern. Den Spaß, den sämtliche Beteiligten beim Rumgeblödel am Set gehabt haben müssen, überträgt sich da glücklicherweise also doch ein wenig auf den Zuschauer... vor allem, wenn John Cena in der letzten halben Stunde als "206" dazustößt und selbst einem Kevin Hart als nominellem Star der Angelegenheit noch die Show stiehlt. So macht "Die Hart 2: Die Harter" unterm Strich einen etwas gelungeneren Eindruck als der erste Teil, weswegen man ob der leicht nach oben zeigenden Formkurve einer zum Schluss angeteaserten, weiteren Fortsetzung zwar nicht unbedingt fiebernd, aber zumindest einigermaßen wohlwollend entgegenblickt.

6/10

Details
Ähnliche Filme