Wenn technische Elemente im menschlichen Körper die Oberhand gewinnen, wird düstere Zukunftsmusik geschrieben. Dies geschieht in Form von Cyborgs oder Robocops, zuweilen auch im kleineren Rahmen, wie bei vorliegender brasilianischer Mixtur.
2035: Technische Errungenschaften haben dazu beigetragen, dass paralympischer Sport zum Zuschauerhit wird und immer neue Weltrekorde gebrochen werden. Während Gabi zum Aushängeschild wird, fristet ihre ebenfalls ambitionierte Schwester Maria ein Schattendasein.
Als sie nach einem Unfall ebenfalls ein Bein verliert, ändern sich ihre Optionen. Doch es stehen bereits Verbrecher in den Startlöchern, um Maria für kriminelle Zwecke zu instrumentalisieren…
Regisseur Afonso Poyart wollte augenscheinlich diverse Themenbereiche unterbringen und scheitert an diesem ambitionierten Unterfangen. Seine Latte reicht vom Familiendrama über Heist-Thriller bis hin zum Sportfilm, was bereits an den schwachen Figurenzeichnungen scheitert, die selten über schablonenhafte Comicerscheinungen hinauskommen. Mal abgesehen von Maria, die trotz dubioser Verhaltensweisen ein weitgehend nachvollziehbarer Charakter bleibt.
Technisch kann sich der Stoff hingegen sehen lassen. Mit der futuristischen Ausstattung einer beliebigen Großstadt wird nicht übertrieben, die bionischen Prothesen erfüllen ihren Zweck, indem sie eine Einheit mit ihrer Trägerin bilden und die wenige Action in Form einiger Fights, einer Handvoll Weitsprünge und einer gewagten Aktion bei einem Transporterüberfall ist versiert in Szene gesetzt. Zeitlupenaufnahmen, die bei Sportfilmen in triumphalen Momenten immer noch gerne verwendet werden, verpuffen hingegen in ihrer Wirkung, da diesbezüglich zu wenig Suspense aufkommt.
Aufgrund der recht oberflächlich gehaltenen Story gilt dies jedoch auch für die Krimianteile. Hier gibt es zu viele vorhersehbare Elemente und folgerichtig kaum Überraschungen und selbst der Showdown gestaltet sich recht beliebig und ohne bemerkenswerten Höhepunkt.
Zwar kann ein abschließender Cliffhanger als versöhnliches Zeichen betrachtet werden, - Lust auf eine Fortsetzung macht er jedoch nicht.
Trotz passabler Darstellerleistungen und einer annehmbaren Optik nimmt die unausgewogene Geschichte zu wenig in Beschlag, die Action ist zu rar gesät und die Mischung aus Thriller und Sportfilm harmoniert zu keiner Zeit. Trotz Off-Stimme der Hauptfigur geht der Stoff nie in die Tiefe, hinterfragt erst gar nicht die ethischen Gesichtspunkte seines Materials und schürt insgesamt zu wenig Begeisterung, um eine Empfehlung auszugeben.
5 von 10