Von "Deadbeat at Dawn" habe ich ich mir ehrlich gesagt deutlich mehr erhofft. Das liegt vor allem daran das ich nicht auf ein derart billiges und amateurhaftes Machwerk eingestellt war. Der Film erinnert zwar stark an "The Driller KIller" (der ganze Pessimismus usw, sogar die Optik ist ähnlich), seine Klasse wird aber bei weitem nicht erreicht.
Als Ghetto- bzw Bandenfilm will "Deadbeat at Dawn" nicht wirklich funktionieren, schon allein deshalb weil bis auf eine Ausnahme kein einziger Schauspieler schwarz ist. Zu Ghettofilmen gehören Schwarze einfach dazu, genau wie Gangs und Drogen (die ja zur Genüge vorhanden sind). Man stelle sich bitte mal "Menace 2 Society" mit Weißen vor, das wäre ja eine Katastrophe. Die Darsteller sind hier aus meiner Sicht sowieso größtenteils Fehlbesetzungen. Sie beherrschen zwar Fäkalsprache, nicht aber die hohe Kunst des Schauspiels. Ein paar "Bitches" hätten diesem Film auch gut getan. Normalerweise laufen in Ghettofilmen doch immer haufenweise "Bitches" rum, nicht aber in Jim Van Bebbers Werk, von dem ich jetzt einfach mal zu behaupten wage es sei ein Möchtegernghettofilm.
Ich habe gehört das "Deadbeat at Dawn" ein Splatterfilm sein soll, und ein ziemlich brutaler dazu. Dem kann ich aber nur bedingt zustimmen. Es gibt zwar einen ziemlich blutigen Gangfight zum Schluss und ein paar wirklich ansehnlichen Einschüsse (vor allem wenn man das niedrige Budget bedenkt), aber deshalb ist ein Film doch noch lange kein Splatterfilm, oder? Für einen richtigen Splatterfilm braucht es schon einbisschen mehr als nur eine handvoll blutiger Szenen, finde ich zumindest. Ich würde "Deadbeat at Dawn" als Ghettofilm mit gelegentlichen Splattereinlagen bezeichnen.
Ich nehme mal an das Jim Van Bebber mit seinem Werk schockieren wollte, das funktioniert aber nicht, dafür ist "Deadbeat at Dawn" einfach zu billig. Es sind durchaus gute Ansätze zu finden, Van Bebber hat meiner Meinung nach aber viel Potential verschenkt.