Noch ein Teenieslasher, diesmal Standard. Aber von der abgeschmackten Sorte.
Oder hatten wir doch mal eine neue Idee?
Aber bitte nur eine!
Schön, also folgende: Killer killt Teenies, diesmal jedoch nur Jungfrauen.
Witzische Lösung: Organisiertes Gruppengerammel auf High School Fete mit Polizeischutz zwecks Abschneidung des Opfernachschubs.
Von dieser Idee zehrt der von der Kritik bisweilen ach so originell beschriebene Film, der in seinen Mordszenen doch wieder nur den düsteren Legenden und Sommerbescheidwissern hinterherwinken muß. Denn der Slasher slasht hier nach Schema F, ohne groß ins Detail zu gehen. Dazu eine Story, bzw. Mordbegründung, die sich jeder Sonderschüler im Mondlicht zusammenbasteln kann.
Und als wäre das nicht schon genug, labert der Mörder dann in einer Szene nach gut einem Viertel Filmlänge mit auf weiblich gemachter Stimme, so daß man anhand des Synchronsprechers schon mal den Mörder festmachen kann. Aber das war eh der einzige Verdächtige.
Nur selten macht "Cherry Falls" Vergnügen, beispielsweise beim sexuellen Stelldichein am Ende, an dem alle flott pubertierenden Teenager teilnehmen. Die sind schön quer durch den Garten gezeichnet, wenigstens optisch keine 90210-Stereotypen, kommen jedoch kaum zu Wort. Deswegen geht auch der angebliche Angriff auf die amerikanische Prüderie ziemlich den Bach runter, den ich mir zwar mit Mühe denken kann, der aber ohne einen Funken Ironie aufzuwenden, vollkommen beiseite gelassen wurde. Das Buch macht nichts aus seinen Möglichkeiten, sondern verliert sich in Genreschemata. Darüber hinaus verderben die beiden Hauptdarsteller mit ihrem Unvermögen so manche Szene. Herzlich fehlbesetzt und deutlich zu alt taumelt Brittany Murphy als Tochter des Sheriffs ungelenk durch jede ihrer Szenen und Jay Mohr steht ihr in nichts nach. Genug Gelegenheit dazu haben die beiden, denn wie in jedem Standardhäcksler gibts auch hier wieder eine stets menschenleere High School in Ausmaßen des World Trade Centers, wo man sich vom Killer gut verfolgen lassen kann.
Und damit sich die Langeweile auch hält, verzichten wir auf allzu happige Effekte. Am Ende wird dann knackig zur Axt gegriffen und ordentlich Hacke gemacht, was dann sogar unfreiwillig komisch wird, wenn sich hundert nackige Teenager titaniclike aus dem puffähnlichen Waldschlösschen retten will, während hinter ihnen ein durchgeknallter Waldschrat das Küchenmesser schwingt. Als Sahnehäubchen noch die angedeutete Fortsetzung, zu der es anscheinend (Gottseidank!) nicht kommen wird.
Doch auch so reicht es: eine Idee macht eben noch keinen Slasher und deswegen kann man sich den hier wie alle anderen ansehen, die von vornherein unter dem Durchschnitt produziert wurden. Man kann es aber auch lassen. Und sollte es vielleicht auch.
Nicht vollkommen ungenießbar, aber ich kann einfach keinen Grund finden, diesen Streifen weiterzuempfehlen. (4/10).