Temporeicher Film zwischen Krimi und Thriller mit humoresken Einlagen, in dessen Zentrum die Figur des Kanadiers Richard Hannay steht, der, einsam und auf sich alleine gestellt, einen Mordvorwurf entkräften und dem Geheimnis der "39 Stufen" auf den Grund gehen muss. Dabei gerät er zufällig in einen Komplott höherer Mächte und allerhand kurioser Situationen auf dem Weg zwischen London und Schottland, während Polizei und andere Verfolger hinter ihm her sind.
Richard Hannay, gespielt von Robert Donat, versprüht stets ein Gefühl einer etwas hilflosen Melancholie, aber nie der Hoffnungslosigkeit. Donat interpretiert diese Figur sehr facettenreich, mit großem Gespür für das menschliche, mitunter rastlos & überfordert und dann trotzdem wieder stilvoll und mit agilem Temperament ausgestattet. Insgesamt ist die Darstellerleistung durchweg gut bis ausgezeichnet. Die Story ist nicht immer völlig schlüssig, aber wächst durch den Ideenreichtum der Regisseurs und nimmt, nach einer kurzen Auszeit im Mittelteil, gegen Ende rasant Fahrt auf - bis zum fulminanten Finale.
Ein reifer Film aus Hitchcocks Frühwerk, der viele stereotype Stilmittel des Regisseurs verarbeitet und dennoch den Zuschauer auf gleicher Ebene wie die Hauptfigur bis zuletzt im Dunkel lässt.
9/10