Review

80 ist das neue Tom Cruise

"Thelma" ist eine weitere dieser kleinen Kinoperlen des bisherigen Jahrzehnts, die ich unbedingt noch nachholen wollte - und das absolut null bereut habe. Ganz im Gegenteil! Erzählt wird über die titelgebende ältere Dame, die einen abgefuckten Raub bzw. "Enkeltrick" nicht mit sich machen lässt und durch die halbe Stadt cruist, um den Betrügern mal gehörig ihren Popo zu versohlen und sich die Kohle wiederzuholen...

Kann man mit Mama oder sogar Oma gucken!

Ich kann gar nicht heftig genug betonen, wie viel lieber ich mir "Thelma" angeguckt habe als den nächsten "Liam Neeson-Opa-3. Reihe-Actioner". Das hier ist dagegen sowas von frisch, frech und "The Real Deal"! Dabei ist "Thelma" ja gar kein Actionfilm, obwohl er ein paar solcher Klischees und Wendungen durch den Kakao zieht. Viel mehr ist "Thelma" eine maximal herzliche und quirlige Genremixtur aus Herz, Humor, Action, Thriller, Familie, gesellschaftlichen Themen, süßen Charakteren. Gehhilfen, Rollatoren, Senioren, Altersheime, Techniknoobs, Krimikomponenten, Augenzwinkern. Alles an Bord, alles korrekt dosiert. Selbst ein Graffitiräumkommando hätte mir mein Grinsen nicht aus dem Gesicht wischen können. Graue Haare regen die grauen Zellen an. Immer mit Charme, immer im eigenen Tempo, immer mit Schwung und Lebenserfahrung. Mit etlichen skurrilen Details, Missverständnissen und Wahrheiten. Die Wertschätzung für "die Alten" wirkt null geheuchelt. Man merkt unbedingt mehr die schweizerischen Spleens als die Hollywoodproduzenten. June Squibb ist der Hit! Und "Thelma" ist ein Herzchenfilm. Sicher kein All-Time-Masterpiece. Aber so eine schöne, süße und unschuldig tolle Zeit! 

Wir haben alle gute und schlechte Tage...

Fazit: Süß, alt, cool und witzig. Geht ab wie'n Scooter auf Crack - und hat dabei das Herz an der absolut richtigen Stelle! 

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