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Beim Krallenfuß und dem Blutbad in der Vorstadt könnte man glatt auf ein rasendes Monster tippen, doch auf eine freistehende Badewanne mit eben jenen Füßen, wie man sie eventuell vor Jahrzehnten bei den Großeltern erblickte, würde man wohl eher nicht kommen.
Langfilmdebütant Michael Day liefert mit seiner schwarzen Komödie quasi beschwingte Home Invasion.

Als Handwerker Leo (Milo Gibson) eines Tages vor dem luxuriösen Haus von Janet (Francesca Eastwood) auftaucht, zögert sie zunächst, ihn und seinen Assistenten Sam (Oliver Cooper) hinein zu lassen, - schließlich weiß sie nichts vom angeblichen Auftrag ihres Mannes.
Nach den ersten Tätigkeiten benehmen sich die Handwerker zusehends dreister, während sich bei Janet Gewaltphantasien einschleichen…

Einige Zeit wird mit der Einführung der wenigen Figuren verbracht, die sich eine ganze Weile belauern. Allerdings würde man einen Handwerker spätestens dann rügen oder hinauswerfen, sobald der in den privaten Angelegenheiten der Besitzer herumstöbert. Es mag noch nett gemeint sein, die Dame des Hauses darauf hinzuweisen, dass eine Bolognese garantiert nicht mit Wasser zubereitet wird, doch beim Ausprobieren einer Geige sollten die Alarmglocken in mehrerlei Hinsicht läuten.

Entsprechend wundert man sich zwar, warum Janet vergleichsweise gelassen bleibt und noch Zeit und Ruhe für Yoga mit ihrer Anwaltsfreundin Tasha (Olivia Culpo) findet, die als Running Gag ihren nahezu schweigsamen Sohn ablädt und links liegen lässt, doch ein paar kleine Enthüllungen dürften aufgrund der allgemeinen Anspannung gewiss sein.
Ebenso erahnbar ist eine Eskalation der Situation, die mit einigem Blutvergießen einhergeht und im letzten Drittel vermehrt auf makabere Situationskomik setzt. Obgleich Verläufe im Detail wenige Überraschungen beinhalten, gibt es immerhin kleinere Twists, welche die Dynamik merklich anheizen.

Dies ist primär der treffenden Besetzung geschuldet, bei denen sich Tochter und Sohn von Clint Eastwood und Mel Gibson einen netten Schlagabtausch liefern. Noch mehr zündet allerdings das Zusammenspiel zwischen Eastwood und Culpo, da nicht nur die Chemie, sondern auch das Timing stimmt und beide mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache sind, was sich unweigerlich aufs Publikum übertragen dürfte. Ähnliches gilt für den Score, der früh und unmissverständlich vermittelt, es hier mit einer Groteske zu tun zu haben.

Diese hätte gerne noch etwas deftiger über die Stränge schlagen dürfen und auch einige Dialoge im Mittelteil hätten etwas mehr Pep vertragen können. Doch im Rahmen einer kammerspielartigen Szenerie, die latent durch ihre sonnendurchflutete Beleuchtung auffällt, bereiten die 87 Minuten durchaus Kurzweil und Amüsement.
6,5 von 10
 


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