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Sofern man ohne sonderliches Vorwissen an den Survival-Thriller herangeht, könnte einem die Geschichte quasi in vertraute Gewässer locken. Für kurze Zeit deutet einiges darauf hin, es mit einer Ausgangslage zwischen Hai und „Open Water“ zu tun zu haben, was sich im Verlauf allerdings nicht bestätigt.

Kaya, Tessa und zwei Freunde unternehmen eine Tour mit Jet Skies zu einer Bahamas-Insel. Doch auf dem Rückweg kommt es zu einem folgenschweren Unfall, woraufhin die jungen Menschen nur mit Rettungswesten ausgestattet auf dem offenen Meer treiben. Als sich ein Fischkutter mit dem Skipper Rey nähert, scheint Rettung nahe, doch es wird für alle nur noch schlimmer…

Ein leicht kitschiger Einstieg vor malerischer Kulisse bietet sich irgendwie an: Schöne Menschen in schöner Umgebung, doch immerhin mit dem Background einiger Belastungen für Kaya, die sich nach dem Tod ihrer Mutter um den kleinen Bruder kümmern muss, da der Vater dem Alkohol verfallen ist. Ein paar individuelle Charaktereigenschaften mehr hätte den Figuren gewiss mehr Tiefe verliehen, wogegen Skipper Rey angemessen undurchsichtig und somit latent unberechenbar erscheint.

Erst mit dem Aufkreuzen einer weiteren Instanz kristallisieren sich Absichten und Hintergründe heraus und auch hier hätte man ein wenig intensiver und garstiger mit der Thematik umgehen können. Demgegenüber schwächelt der Mittelteil ein wenig, jedoch dreht er zum finalen Akt in angemessener, jedoch in nicht übertriebener Weise wieder auf.
Die enge, fast isoliert wirkende Stimmung auf dem Kutter schürt eine leicht klaustrophobische Atmosphäre, die eine gewisse Ausweglosigkeit vermittelt, welche wiederum Ideenreichtum, Mut und ein konsequentes Vergehen erfordert.

Trotz der FSK16 kommt es zu einigen Gewalteinlagen, welche in einigen Fällen lediglich angedeutet werden. Bereits nach dem Unfall tragen die Überlebenden einige Blessuren davon, was sich im Verlauf noch ein wenig intensiviert, jedoch nie allzu drastisch ausfällt. Ein bestimmtes Geräusch lässt dafür mit den dunklen Vorstellungen des Publikums spielen.

Auf handwerklicher Ebene ist Co-Autor und Regisseur Phil Volken nicht allzu viel anzukreiden, da der Score sauber abgestimmt ist, die Kamera übersichtlich arbeitet und einige Spannungsmomente von gutem Timing zeugen. Auch darstellerisch wird glaubhaft performt, wogegen die Geschichte nicht konstant Suspense schürt. Die simpel aufgebaute Erzählung hält jedoch passabel bei Laune und leistet sich keine Durchhänger, was für ein brauchbares Mitfiebern innerhalb der knapp 88 Minuten Laufzeit langt.
6,5 von 10

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