True Crime erfreut sich ungebrochen großer Beliebtheit und wer mit einem Fall auf sich aufmerksam machen möchte, benötigt einen möglichst kuriosen. Insofern ist das Roadmovie von Regisseur Jeffrey Darling eine halbgare Angelegenheit, die sich im Kern zwar um wahre Fakten bemüht, doch die Figuren und ihre Intentionen ein wenig verwässert.
Sommer 1964: Tiertrainer Jim (Zachary Quinto) befindet sich auf der Route 66 auf dem Weg nach Chicago, als er den 19jährigen Anhalter Bobby (Jacob Elordi) aufgabelt. Mit an Bord, der Schimpanse Spanky, der sich aufgrund einiger Shows bereits einen Namen machen konnte. Noch ahnen beide nicht, dass Bobby ein Serienkiller ist, der ein perfides Spiel anzettelt…
Zwar versucht die Einleitung auf die wahren Hintergründe der Geschichte hinzuweisen, doch diese nimmt sich gleichermaßen einige Freiheiten heraus und konzentriert sich im Folgenden auf das Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Typen. Jim ist eher der sanftmütige, der sich kaum aus der Ruhe bringen lässt, während Bobby zu impulsiven Handlungen neigt und den Rebellen heraushängen lässt. Ihm haftet eine unberechenbare Note an, weshalb das Zusammenspiel einige Zeit funktioniert.
Dem Treiben schwingt immer mal wieder eine homoerotische Note bei, die allerdings nie vertieft wird. Eher scheint es so zu sein, dass Jim so etwas wie eine väterliche Komponente entwickelt, welche Bobby aufgrund eines gewalttätigen Vaters stets vermisste. Während ihrer Wüstenreise begegnen sie zwar einigen Nebenfiguren, doch das Konfliktpotential hält sich in Grenzen, selbst als zwei Frauen mit ihnen im Hotelzimmer landen. Ein dramaturgisches Manko sind einige Rückblenden, die Bobbys Potenzial als Gewalttäter aufgreifen. Die Abläufe ähneln sich und rauben dem Treiben einiges an Spannung, zumal sich während der Reise selbst eher wenig ereignet.
Die Anwesenheit des Schimpansen spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle, wobei dieser mithilfe eines CGI-Mantels über einer real agierenden Person recht überzeugend in Szene gesetzt wurde. Er fungiert allenfalls als Ruhepol zwischen den ungleichen Männern, bei denen diverse Spannungen auch mal zu ruhigen Momenten führen können, wodurch der Stoff wieder ein wenig gewinnt. Dies liegt nicht zuletzt an den beiden perfekt besetzten und stark aufspielenden Mimen.
Wie bei einem Roadtrip dieser Art üblich, ist ein Kommen und Gehen an der Tagesordnung, was am Ende der Reise dazu führt, dass wenig davon in Erinnerung bleibt. Was von der Ausgangssituation recht absurd klingt, bleibt weitgehend harmlos, geht über weite Teile zu wenig in die Tiefe und hinterlässt, trotz sommerlicher Wüstenatmosphäre und markanten Erscheinungen keinen sonderlich bleibenden Eindruck.
5,5 von 10