Cannon from Down Under
Hier ist eine echte Martial Arts-Sympathieträger-Sensation aus dem Land der Kängurus und des Vegemite. Ein ehemaliger Topkämpfer und jetziger Kampfschulenbesitzer wird durch das mysteriöse Verschwinden von Kindern/seinen Schülern mehr oder weniger wortwörtlich in einen düsteren Ring getrieben, in dem er seine bombigen Kampfskills wieder auspacken muss...
Taekwondo-Torpedo & Käsefüße in die Fresse
Ein bißchen liefert "Life After Fighting" das, was ich mir von "The Last Kumite" erhofft hatte... Dieser furiose Fighter aus Australien hat's drauf! Da hat sich einer wirklich ein Herz gefasst und seine Skills auf (digitales) Zelluloid gebannt. Simple Story, die jeder kapiert und nachvollziehen kann. Kinder in Gefahr. Fiese Ex-Ehemänner und Bösewichte, denen man liebend gerne dabei zuguckt, wie sie zu einem Stilgemälde aus blauen Flecken gekickt werden. Die Fights werden mit ruhiger Kamera ausgespielt. Die Kämpfer und vor allem Hauptdarsteller Bren Foster haben's wirklich drauf. Das sind Fighter, die schaupielern, nicht andersrum. Das spürt man. Das ist wichtig. Das ist gut. Es eskaliert stetig. Die Action steigert sich, der Soundtrack pusht gut, die Darsteller steigern sich, wirken nie zu steif oder dilettantisch. Etwas "Karate Kid"-Vibes in deutlich härter und dunkler. Ob das alles wirklich zwei Stunden gehen musste und man nicht an Handlung etwas einkürzen hätte können - sei's drum! Wenn die Fights dermaßen fliegen und sich echt, gut choreografiert und brutal anfühlen, dann kommt man(n) auf seine Kosten. Sicher keine große Filmkunst. Aber es knallt da, wo es knallen muss. Wer "Undisputed" oder "Ong Bak" durchsteht und mag, wird auch hier kaum Beschwerden abgeben.
Auf den Spuren von Adkins, Dudikoff und JCVD
"Sound of Freedom" trifft "Kickboxer"?!
Fazit: eine wunderbare Kampfsportüberraschung aus Australien... "Life After Fighting" erinnert an die ungenierten Hochzeiten des Genres im Westen. Hart, cheesy, direkt. Melodrama und Maulschellen. Männerfilm deluxe. So wird's gemacht. Vor allem der finale Showdown kann's mit fast allem aus den letzten 10 Jahren der Klopperfilme aufnehmen. Egal von wo. Weltweit. Mit etwas Geduld für die handlungstechnischen Streckungen ist das sehenswert - für diese Nische und sein Zielpublikum!