Manche Actionstars erscheinen wie aus dem Nichts und man fragt sich aufgrund ihrer Fähigkeiten, warum die nicht schon längst das Genre aufmischten. Der Australier Bren Foster ist so ein Typ, der bislang eher Nebenrollen bekleidete, für vorliegendes Regiedebüt jedoch zum sprichwörtlichen Rundumschlag ausholte, indem er die Hauptrolle bekleidet, die Choreo leitete, das Drehbuch schrieb und als Produzent fungierte.
Alex (Foster) ist ein ehemaliger MMA-Fighter, der inzwischen erfolgreich ein Dojo leitet. Als zwei Schülerinnen in der Nähe des Gebäudes entführt werden, findet sich lange Zeit keine Spur. Doch dann wollen die Menschenhändler einen Deal mit Alex eingehen, der diesem keinesfalls zustimmen wird…
Ganz frei von Mankos ist Fosters Regiedebüt natürlich nicht, denn es leidet in erster Linie an zu wenigen Straffungen und folgerichtig einigen zu lang ausfallenden Szenen. Zwar sind selbst diverse Trainingseinheiten im Dojo sehr gut umgesetzt, doch es gibt schlicht zu viele davon und auch die Herausforderung eines jüngeren MMA-Meisters dient lediglich als kämpferisches Intermezzo. Auch die Story mit dem Menschenhändlerring ist recht früh durchschaut, der Drahtzieher und seine Schergen rasch ausgemacht, während ein frisches Love Interest zum üblichen Beiwerk gehört.
Foster bringt derweil eine tauglich Präsenz mit und obgleich er schauspielerisch eingeschränkt agiert, gleicht er dies mit seinen kämpferischen Fähigkeiten mehr als nur aus, zumal er verschiedene Kampfstile beherrscht und neben Kicks mit mehrfachen Drehungen auch mit Schlagwaffen umgehen kann und im Jiu-Jitsu recht viele Griff – und Klammertechniken anwendet. Dies wird zum Kern des Geschehens im Finale, welches sich über rund 30 Minuten erstreckt.
Hier werden die Räumlichkeiten des Dojos gut genutzt und man fühlt sich in Sachen Rasanz teilweise an „The Raid“ erinnert, da es auch hier nahezu pausenlos und genauso gnadenlos zur Sache geht. Geboten wird die reine Kampfkunst ohne doppelten Boden und einer hohen Präzision. Anbei gibt es einige Brüche und blutige Stiche und somit eine gesunde Härte, die weder übertrieben, noch verharmlost anmutet. Der ausladende Showdown bildet zweifelsohne den Höhepunkt des Treibens.
Jenes hätte dennoch um einige Minuten kürzer ausfallen können, da eine Laufzeit von rund 125 Minuten für kleinere Längen im Vorlauf verantwortlich ist. Die Fights entschädigen jedoch mit all ihrer Entschlossenheit und sauber gefilmter Rasanz, bei denen primär Kampfsportfreunde voll auf ihre Kosten kommen dürften.
7 von 10