Wenn die spätpubertären Erotikfantasien eines Filmschaffenden Kapriolen schlagen, kann das rasch zum Stelldichein der Peinlichkeiten mutieren. Der philippinische Regisseur GB Sampedro müht sich erst gar nicht, seinen vermeintlichen Erotikthriller raffiniert aussehen zu lassen.
Der Mittvierziger Conrado ist Familienvater und Chef eines Immobilienunternehmens. Als seine Tochter die Mitschülerin Beth zu seiner Geburtstagsfeier mitbringt, macht diese dem Gastgeber sogleich Avancen, woraus im Verlauf virtueller Sex wird. Doch Beth will mehr und übt Druck auf Conrado aus…
Die albernen Schuluniformen dürfen bei alledem natürlich genauso wenig fehlen wie der Weichzeichner, damit ja nicht explizite Details zutage treten. Obgleich der Stoff mit einem Mord während eines Akts einsteigt, welcher mutlos ins Off verlagert wird, konzentriert er sich im Folgenden auf Conrados prekäre Situation. Dies äußert sich dann so, dass der Kerl entweder grübelnd oder fluchend vorm Laptop sitzt, was sich noch langweiliger gestaltet als die meisten Erotikeinlagen.
Sympathisch ist hier eh niemand, da Conrado ein notorischer Lüstling und Fremdgeher ist, seiner Frau der notwendige Instinkt fehlt und Beth von Anfang an als hinterlistig präsentiert wird, welche darüber hinaus mit psychischen Problemen zu kämpfen hat.
Die Softsexszenen mit entblößten Oberweiten fallen zwar nicht durchweg peinlich aus und eine Halbschlaf-Sexszene (den Vorgang kennt jeder, der schon mal eine Beziehung von länger als drei Wochen hatte) ist im Gegensatz zum Rest so einigermaßen nachvollziehbar ausgefallen. Doch der Rest ermüdet aufgrund eines komplett uninspirierten Dudelscores und einer lahmen und zuweilen sogar verpeilten Kamera.
Während also hier und da ein Gürkchen gedippt wird und eine virtuelle Verführung seitens Beth aufgrund ausbleibenden Make-ups tatsächlich einigermaßen sinnlich rüberkommt, fällt der Rest, nicht zuletzt aufgrund der peinlichen Dialoge und der unbeholfen hölzern performenden Mimen unsäglich aus. Zumal sich die überaus simple Handlung nie zur Eskalation mausert, trotz des finales Akts. Wenn man sich vor Augen hält, was verhängnisvolle Affären durchschnittlich nach sich ziehen, ist das hier Kasperltheater mit Baldriantee fürs Publikum.
Die lahmen Locations, die ungelenken Szenenübergänge und das Ausklammern der wenigen Gewalteinlagen sind nur ein Bruchteil der Misere, welche mit sichtlich geringem Budget realisiert wurde. Thrill, Spannung oder gar Nervenkitzel sind hier völlige Fehlanzeige und ein paar ansehnliche Damen haben selten einen Film retten können, der innerhalb von 90 Minuten rein gar nichts liefert, um auch nur in Ansätzen zu unterhalten.
1,5 von 10