Der polnischstämmige Regisseur Janusz Kaminski, der zuvor als Kameramann für Steven Spielberg auffiel, debütierte mit der US-Okkulthorror-Produktion „Lost Souls“, die im Jahre 2000 in die Kinos kam und von der Kritik anscheinend nicht sonderlich wohlwollend aufgenommen wurde.
Mit üppigem Budget und Ben Chaplin und Winona Ryder in den Hauptrollen ausgestattet, sieht man „Lost Souls“ deutlich an, dass Kaminski sein Handwerk als Kameramann versteht. Die in einen modernen Düsterlook getauchten Bilder sind ruhig, stimmig und zeigen gern interessante (bis selbstverliebte, das sollte kritischerweise noch angemerkt werden) Perspektiven, gerade auch in Nahaufnahmen, die eine Atmosphäre ähnlich der eines tristen, verregneten Herbsttags erzeugen und durchaus als eine Vorstufe zu apokalyptischer Endzeitstimmung betrachtet werden kann.
Doch die Handlung, die von der bevorstehenden Inkarnation des Antichristen handelt, erscheint zwar spannend, aber irgendwie unnötig verkompliziert, als versuche man einen gewissen Grad an Konzentration vom Zuschauer einzufordern, um von der eigentlichen Koventionalität abzulenken. Zwar handelt es sich nicht um ein flaches „Der Exorzist“-Plagiat, doch das kleine Einmaleins des Okkulthorrorfilms hat man offensichtlich gut studiert. Und das wäre auch allles andere als schlimm, würde man mehr oder weniger zielstrebig auf ein packendes Finale respektive eine unerwartete Pointe zusteuern. Angereichert mit ein paar gar nicht schlechten, aber sehr zurückhaltend angewandten Spezialeffekten führt die Dramaturgie aber leider zu einem derart plumpen Ende, dass es mich zunächst ungläubig auf den Abspann starren und sodann enttäuscht und verärgert zurückließ, da es nahezu den gesamten Handlungsablauf ad absurdum führt und sinnlos erscheinen lässt.
Winona Ryder wurde auch schon effektiver in Szene gesetzt als nun unbedingt hier und Ben Chaplin ist unter Kaminskis Regie trotz seiner interessant angelegten Rolle weit davon entfernt, ein memorabler Charakterdarsteller zu sein, jedoch wird die Emotionalität des Films weniger durch seine Schauspieler als vielmehr durch die Optik und die im Zusammenspiel mit der subtilen Filmmusik transportierte Stimmung erzeugt, was ich gar nicht mal so uninteressant finde – im Gegenteil. Umso unverständlicher ist es, dass man nicht in der Lage war, dem Ganzen ein adäquates Drehbuch zugrunde zu legen oder wenigstens das Ende spektakulär und mitreißend zu gestalten, wenn man denn schon keine besseren Ideen vorzuweisen hat.
Fazit: Außen hui, innen naja...