Review

Maya Larkin ist, seit ihr selbst einige Dämonen ausgetrieben wurden, Mitglied einer kleinen katholischen Splitter-Gruppe der Kirche, die von dem Exorzisten Lareaux angeführt wird... und weil dieser bei seinem letzten "Einsatz" nicht unbeschadet davongekommen ist und nur noch sabbernd vor sich hin vegetiert, nimmt sie den Kampf gegen die teuflischen Mächte nun selbst in die Hand. So häufen sich in letzter Zeit die Hinweise darauf, dass Satan persönlich vorhat, seine Herrschaft auf Erden anzutreten und sich dazu in den Körper eines Menschen transferieren will. Jener Auserwählte ist allem Anschein nach der Bestseller-Autor Peter Kelson, der den spinnerten Geschichten Mayas zunächst natürlich keinen Glauben schenken will. Einige merkwürdige Vorkommnisse in seiner näheren Umgebung überzeugen ihn allerdings schon bald vom Gegenteil und nun drängt die Zeit, denn der Teufel soll exakt an seinem 33. Geburtstag in ihn fahren und der ist nicht mehr lange hin... Als Beleg dafür, dass in Hollywood wirklich jeder mal einen Film inszenieren darf, hat es im Zuge des kleinen Okkult-Horror-Revivals pünktlich zur Jahrtausendwende sogar Steven Spielbergs Stamm-DP Janusz Kaminski mal auf den Regie-Stuhl verschlagen... wenn man sich seinen "Lost Souls - Berlorene Seelen" aber so ansieht, könnte man doch eher zu der Überzeugung gelangen, dass so manche Schuster lieber bei ihren Leisten bzw. Fachmänner in ihrem eigentlichen Metier tätig bleiben sollten, denn das Ganze ist nur ein zwar sorgfältig fotografierter (oh Wunder!), aber ansonsten vollkommen beschämender Versuch, sich in die besagte Welle von Teufelsfilmen einzuschleichen. Zieht man den spackigen Schwarzenegger-Kracher "End of Days - Nacht ohne Morgen", den langweiligen "Stigmata", Chuck Russells furchtbar enttäuschenden "Die Prophezeiung" und sogar die hiesige Bernd Eichinger-Produktion "The Calling" zum Vergleich heran, ist "Lost Souls - Verlorene Seelen" für meine Begriffe sogar der schwächste Film von allen Genannten... und das muss man auch erst mal hinkriegen! Völlig austauschbar und ohne jedwede eigene Identität kommt das Ganze nämlich daher, denn dem Drehbuchautor Pierce Gardner ist mal wirklich überhaupt nichts Neues für seine unbedeutende Okkulthorror-Mär eingefallen, als haarklein erneut nochmal exakt dieselben Motive zu verbraten, die knappe 30 Jahre zuvor schon in solchen Streifen wie "Der Exorzist" und "Das Omen" zum Einsatz kamen. Was damals allerdings noch ziemlich frisch und verstörend gewirkt und zudem auch in echten Genre-Klassikern resultiert hat, liefert hier allerdings nur inhaltliches Futter für einen ambitionslosen Mainstream-Gruseler, der es fertigbringt, seine Handlung derart emotionslos abzuspulen, dass sich da beim Zuschauer trotz der Aussicht auf die drohende Wiederkehr des Teufels partout kein ungutes Gefühl einstellen will. Tja, man sollte meinen, dass der Belzebub immer noch für den einen oder anderen Schauer gut wäre, aber offenbar haben die Italiener damals in den 70ern die Thematik wohl schon bis auf die Knochen ausgepresst und Hollywood muss sich heutzutage mit den staubigen Überresten begnügen. Die Macher von "Lost Souls - Verlorene Seelen" haben zwar versucht, aus dem übriggebliebenen Genre-Pulver noch einen Instant-Kakao zu machen, indem sie Wasser in Form von schnieken Production Values und prominenten Schauspielern drüber gegossen haben, allerdings braucht man sich dann hinterher doch nicht zu wundern, dass die daraus resultierende Brühe irgendwie ein wenig fade schmeckt. Winona Ryder passt mit ihrer blassen Erscheinung bestens als Hauptdarstellerin in einen Streifen, der da sowohl formal als auch inhaltlich fahl wirkt. Eine monochrome Farbgebung, sinnlose Style-Exzesse, und eine Montage, die sich stellenweise extrem an die MTV-mäßige Videoclip-Ästhetik anbiedert, vergällen einem dann auch das letzte bisschen Spaß, das sich beim Verfolgen der dürftigen Storyline noch einstellen könnte. Zum Schluss darf man dann noch den Aufmarsch der etablierten Hobby-Satanisten-Gesellschaft aus "Rosemarys Baby" über sich ergehen lassen, bevor ein regelrechtes Anti-Ende den Schmus ausnehemnd unspektakulär abschließt und man sich nach dem ganzen Hokuspokus erst recht verarscht vorkommt. So ganz scheint der Teufel die ganze Sache mit der Wiedergeburt nämlich irgendwie nicht durchdacht zu haben, wenn er sich dann schließlich so mir nichts, dir nichts mit einem einfachen Kopfschuss wieder zur Hölle schicken lässt. Dummbeutel Ben Chaplin hätte sich die Misere da übrigens ersparen können, wenn er sich zwischendurch einfach mal nachträglich hätte taufen lassen, denn dazu wäre allemal genügend Zeit gewesen. Ein feistes Plothole...

2/10

Details
Ähnliche Filme