Thema verfehlt
„The Strangers: Chapter II“ setzt direkt nach Part 1 an. Unsere rothaarige Hauptfigur hat knapp überlegt, liegt im Krankenhaus, trauert um ihren toten Verlobten und erzählt der Polizei von den fremden Eindringlingen. Doch ihr Aufenthalt und Überleben bleibt nicht lange verborgen und ihre Flucht vor den maskierten menschlichen Monstern geht weiter… Wenn der Film nicht die meiste Zeit vollkommen wahnsinnig und entgegen jeglichem klaren Menschenverstand und dem Kern der Reihe (!) in Rückblenden die Backstories der Killer erzählen würde… Und in der Mitte gibt’s ’ne Wildschweinattacke. Aus dem Nichts. Verrückt…
Exposition - Der Film
„What the Fuck?!“ dicht gefolgt von „Renny Harlin, was bist du tief gesunken!“ und dann „Wenn Part III das nochmal unterbietet, dann ist das eine echte Leistung!“ - das waren meine ersten Gedanken als der Abspann zu „Stranger: Chapter II“ lief. Endlich lief, muss ich betonen. Denn diesen Wannabe-„Halloween II“ finde ich nochmal schlechter als den auch schon schwachen direkten Vorgänger. Auch das will etwas heißen… „The Strangers: Part 2“ hat den Miefgeruch eines fehlgeleiteten Mittelteils einer ohnehin schon kaputten und unnötigen Trilogie. Die Hauptfigur? Bleibt blass und egal. Die Idee, die Hintergründe der „Strangers“ auszukramen? Die größte Fehlentscheidung und Inkompetenz, seit es Fehlentscheidungen und Inkompetenzen gibt. Die Kills und Verfolgungen und Spannungsmomente? Kaum der Rede wert und nun gibt’s nichtmal mehr „Vorbilder“ an denen man sich entlanghangeln könnte wie beim Vorgänger. Eine Auflösung und ein Finnish? Darf man sich auch hier nicht erhoffen, wenn nächste Woche schon Teil 3 in den Startblöcken steht. Der visuelle Eindruck? Düster, schwammig, undefiniert. Den Score? Habe ich nicht mehr im Ohr. Selbst Charakterkopf Richard Brake? Verbraucht und verschenkt. Alles in allem gehört „Strangers: Ch. II“ zum bodennahen Horrorgestrüpp und fühlt sich an wie ein reiner, billiger Cashgrab. Für 5 Mio. Dollar gemacht, schnell 20 Mio. Dollar weltweit machen. Zufrieden und grenzdebil grinsen. Teil 3 hinterherschieben. Fertig… Nein, tut mir leid. Nicht mit mir. Das ist von falschen Abzweigungen und faulen Kompromissen zersetzter Dreck ohne filmische Rettungsanker oder zumindest pflasterartige Mindestattribute. Und was soll ich sagen… Nächste Woche gucke ich Teil 3. Ich mag wohl Schmerzen.
Fazit: Als Mittelteil der eh schon jetzt jämmerlichen Trilogie uns u.a. die Backstories der „Strangers“ aufzutischen ist einfach… katastrophal. Eine ka-ta-stro-phale Leistung! Ein Unding! Ein Mittelfinger. „The Strangers II“ unterbietet den Vorgänger nochmal spielend in Sachen Bedeutungs- und Lustlosigkeit. Und somit deutet sich hier nun mehr als deutlich an: Das wird eine der schlechtesten Horrortrilogien aller Zeiten - mit Ansage!